Verheißungsvoll in die Pedalen getreten

Auch die Neuruppiner der untersten Spielklasse sind nun in die Saison gestartet. Am Sonnabend stellte der Ruppiner Radsportclub drei Teams im Heimturnier.

Jonas El-Sirwy
Joseph Schüler

Das Turnier aus sechs Mannschaften bestehend, der SV Märkisch-Buchholz I fehlte krankheitsbedingt, lief vor allem für die Neuruppin Teams fünf und sechs erfolgreich mit 16 beziehungsweise 12 Punkten. Dem siebten RRC-Team gelang kein Sieg, gegen die beiden anderen Neuruppiner Teams, die zwei Mühlenbecker Mannschaften und Märkisch-Buchholz II setzte es Niederlagen.

Für Joseph Schüler und Jonas El-Sirwy ist es die erste Saison im Männerbereich, daher ist ihnen die Platzierung nicht übermäßig wichtig. Es geht für die Youngster darum, Erfahrung zu sammeln. "Der letzte Platz sollte es dennoch nicht werden", hofft Schüler auf eine Wende in den nächsten Spielen.

Die Routiniers Torsten Nagel und Norbert Schliebner, die das fünfte Vereinsteam bilden, wollen auch dieses Jahr wieder um den Aufsteig mitspielen. Sie zeigten mit vier Siegen und einem Unentschieden zum Auftaktturnier gegen Mühlenbeck ihre Klasse. Aufsteigen selbst würden sie allerdings nicht. "Wir spielen nur noch aus Spaß und wollen nicht mehr höherklassig spielen. Das machen wir auch noch solange es geht und wir unverletzt bleiben", so Torsten Nagel. Der Aufstiegsplatz würde einem anderen Vereinsteam zugute kommen.

Vielleicht der Sechstes des RRC mit Martin Otto und Torsten Hoppe. Sie musste zwar zwei Niederlagen einstecken, gegen den RRC V und Mühlenbeck III war nichts zu holen, steht jedoch auf einem guten dritten Tabellenrang. "Wir wollten gut starten und Spaß haben. Mal sehen, was in dieser Saison noch alles geht", blickte Martin Otto, der nach einer längeren, berufsbedingten Pause wieder dabei ist, am Sonnabend voraus.

© Noah Behrendt


Schwierige Nachwuchssuche bei den Radballern

Ruppiner Radsportclub nur mit Männerteams im Spielbetrieb

Das Team I vom Ruppiner Radsportclub (RRC) mit Andre Nagel (r.) und Torsten Nagel (2.v.r.) holte nur vier Punkte in Ludwigsfelde.

"Ich schaff' es nicht mehr, zu kurbeln wie ein 20-Jähri-ger", flachst Torsten Nagel vom Radsportclub Neuruppin. Überhaupt stand der 2. Oberliga-Spieltag im Radball unter keinem guten Stern. Zunächst hatte sich Stammspieler Jens Dreschler vom Team RRC I verletzt abgemeldet. Torsten Nagel musste also einspringen. Und dann das: Als Torsten und Bruder André am vermeintlichen Spielort ankamen, wurden sie in Göhlsdorf mit den Worten begrüßt "Was wollt ihr denn hier?".

Torsten Nagel hatte sich auf dem Spielplan in der Zeile vertan. "Das ist mir in 45 Jahren Radball noch nicht passiert", so der 52-Jährige. "War aber nicht so schlimm. Wir haben dann in Ludwigsfelde angerufen und Bescheid gesagt, dass wir eine halbe Stunde später kommen. Wir haben auf jeden Fall alle schön gelacht."

Zwei Niederlagen, ein Sieg und ein Unentschieden später waren die Brüder trotz der geringen Punktausbeute nicht unzufrieden mit dem Abschneiden im Turnier. Gegen die U19 aus Großkoschen (0:11) setzte es zwar eine heftige Niederlage, aber die war gegen die Junioren-Europameister eingeplant. "Das war für uns nur zum Warmspielen", sagt Torsten Nagel. Beim 1:4 gegen Ludwigsfelde I wurde der Start verpasst – "die Jungs sind schon gut" – und nach dem Sieg gegen Ludwigsfelde II (2:1) ärgerte sich das Neuruppiner Team über ein 1:1 gegen Großkoschen III, weil da mehr dringewesen wäre, wenn "wir besser getroffen hätten".

Am Ende des Tages liegt das Team auf dem letzten Tabellenplatz, hat allerdings das erste Turnier sogar wegen Verletzung von Dreschler und Krankheit von André Nagel absagen müssen. "Wenn die in der Originalbesetzung spielen, können sie die Klasse halten", wagt Torsten Nagel eine Prognose.

Nagel spielt selbst mit Norbert Schliebner in der Landesliga, "wo es gediegener zugeht, nicht so hart." Klassenerhalt ist für die übrigen Teams des Ruppiner Radsportclubs ebenfalls das Fernziel. Drei Mannschaften sind in der Verbandsliga im Spielbetrieb. "Die haben in der ersten Runde gut gespielt", sagt Torsten Nagel, in der Landesliga sei alles offen für Team V, VI und VII. Wobei letzteres mit Jonas El-Sirwy und Jonas Schüler, den jüngsten Sprösslingen der Radballer, wenig gemeinsam trainieren könne, weil beide studieren.

Nachwuchs für den Sport zu begeistern, bleibt schwierig, wird aber auch in diesem Jahr wieder ernsthaft in Angriff genommen. "Wir wollen ein paar Info-Stunden an Grundschulen anbieten", so Torsten Nagel. "Wir wollen mit den ganz Kleinen anfangen aus der 1. und 2. Klasse." Die Erfahrung habe gezeigt, dass ältere Kinder als Anfänger schnell die Lust verlieren. "Es sind uns da zu viele weggebrochen, darauf haben wir keine Lust mehr." Außerhalb der Saison wird traditionell zum Schliebner-Pokalturnier eingeladen. Ein Eltern-Kind-Turnier ist in Planung, zu den jährlich stattfindenden Kreis-Kinder- und Jugendsportspielen werden Gastmannschaften eingeladen.

© Dirk Becker, Foto: Julius Frick


Jeder zähler wird wichtig sein

RRC startet in die Saison / Drei Neuruppiner Teams spielen in der Verbandsliga

Neun Punkte eingesammelt: An der Seite von seinem Sohn Olaf kam Thomas Lukaszewicz zum Saisonstart auf drei Siege. Marcus Nagel (rechts) stellte seinen Vereinskameraden in dieser Szene.

Neuruppin. Mit einem Heimturnier starteten die Radballer vom RRC Neuruppin ins Jahr. Am Sonnabend waren doe zweite, dritte und vierte Mannschaft beim Saisonauftakt der Verbandsliga dabei.

"Wir haben den Heimvorteil nicht optimal ausgenutzt. Dennoch war es ganz ordentlich", schätzt Abteilungsleiter Norbert Schliebner die Ergebnisse ein. Überzeugen konnte die zweite Mannschaft mit Olaf und Thomas Lukaszewicz. Sie holte neun Punkte.

"Es lief gut für uns, es waren fünf Punkte geplant und die haben wir fast verdoppelt", zeigte sich Olaf Lukaszewicz zufrieden. Er spielte zuvor schon Oberliga und scheiterte nur knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga, pausierte in der Folge jedoch aufgrund einer Verletzung.

Seit vorigem Jahr spielt er an der Seite von seinem Vater. Da Olaf wegen seiner Arbeit selten am Training teilnehmen kann und das Duo noch nicht lange zusammen spielt, hat der Klassenerhalt erstmal Priorität. "Ansonsten werden wir abwarten und gucken, was nach oben möglich ist", so der 28-Jährige.

Auch bei der Dritten wird der Ligaverbleib groß geschrieben. Marcus Nagel und André Schliebner hatten nicht den besten Saisonstart, nur ein Punkt gelang den beiden. Schliebner verpasste das dritte Spiel aufgrund einer Verletzung und wurde durch Joseph Schüler ersetzt.

"Für die Dritte wird es schwer werden, die Klasse zu halten. Aber wir müssen abwarten wie die anderen Teams so sind", prognostiziert Norbert Schliebner. Er bescheinigte Youngster Schüler als Aushilfe eine gute Leistung. Der 18-Jährige war ebenfalls mit seiner Leistung zufrieden. "Spielerisch lief es ganz gut. Nur der Sieg fehlte", schätzt er das 3:3 gegen das vierte Neuruppin Team ein.

Christoph Soika und Eric Hoppe blieben mit vier Punkten im Rahmen der Erwartungen. "Vier Punkte sind gut, da sie erst vor kurzem aufgestiegen sind. Ich denke, sie werden die Klasse halten", so der Präsident.

© Noah Behrendt