Gala ohne i-Tüpfelchen

Radball-Verbandsliga: Neuruppin III gewinnt Vereinsduell und zählt nun zu Spitzenteams

Klare Rangordnung: André Schliebner (links) spielte am Sonnabend mit Partner Marcus Nagel stark auf beim Verbandsliga-Heimturnier. Das dritte RRC-Team behielt im Vereinsduell gegen die Vierte mit Youngster Eric Hoppe (Zweiter von rechts) und Christoph Soika (hier im Tor) mit 5:0 die Oberhand. Schliebner/Nagel stießen mit neun geholten Punkten in die Liga-Spitzengruppe vor.

Neuruppin. Für die beiden Neuruppiner Radball-Teams zeichnet sich vor den abschließenden Spieltagen der Verbandsliga ein klares Bild ab. Während es die Dritte nach einem starken Heimauftritt am Sonnabend in die Spitzenränge drängt, hat sich die Vierte bereits mit dem Abstieg in die Landesliga arrangiert.

Das aktuelle Leistungsvermögen spiegelte sich auch im internen Duell am Sonnabend in der Halle der Karl-Liebknecht-Schule wieder. Team III mit André Schliebner und Marcus Nagel präsentierte sich hoch überlegen. Auf der anderen Seite haperte das Zusammenspiel bei Christoph Soika und Eric Hoppe gewaltig. Am Ende gewann die Dritte den Neuruppiner Vergleich mit 5:0, und legte mit dem Erfolg im zweiten Turniermatch den Grundstein für eine "bärenstarke Vorstellung", wie Torsten Nagel aus der RRC-Familie hervorhob, beim Heimturnier.

Einer, der einen Sahnetag erwischt hatte, war André Schliebner. Beim erwähnten 5:0-Erfolg schoss er die Dritte mit einem Dreierpack früh auf die Siegerstraße. Mal gewitzt, mal mit Wucht, mal mit dem nötigen Quäntchen Glück - der 38-jährige traf nach Belieben. Unter den Augen von Vater Norbert Schliebner und Mutter Katja lieferte er eine Gala-Vorstellung ab. Spielpartner Marcus Nagel war ebenso gut aufgelegt.

Das 1:0 erzielte Schliebner per "Rad-Tunnel" gegen Soika aus Nahdistanz. Beim 2:0 wuchtete er die Kugel von der Mittellinie knallhart ins linke Eck. Und beim 3:0, der Vorentscheidung, war er im Nachschuss erfolgreich. Das Schliebner auch glänzend vorbereiten kann, zeigte er vor dem vierten Treffer. Mit einer Blitzdrehung samt Ballmitnahme ließ er Youngster Erich Hoppe stehen und legte vor dem Tor quer auf Nagel, der ohne Mühe einschoss.

Eine tolle Aktion von beiden. Dafür gab es Applaus von der staunenden Konkurrenz, die das Neuruppiner Duell genau verfolgte. Mit dem 5:0-Sieg war der erste von insgesamt drei Dreiern an diesem Tag eingetütet.

Gegen Luckenwalde I legten Schliebner/Nagel ein 5:2 nach. Es folgte ein grandioser 7:2-Sieg gegen Ludwigsfelde VI, immerhin Tabellendritter. Nur im letzten Tunierspiel gegen Ludwigsfelde V gingen das RRC-Duo leer aus.

Lange Zeit sah es nach einem Remis aus. Als der Schiedsrichter jedoch eine Vorteil-Situation abpfiff, konterte Ludwigsfelde, ging in Führung und legte zwei weitere Treffer zum 5:2-Erfolg nach. Mit neun Punkten verbuchten Schliebner/Nagel dennoch eine starke Punktausbeute beim Heimturnier.

Dagegen enttäuschten Soika/Hoppe auf ganzer Linie. Der Begriff Totalausfall fiel. Beobachter Torsten Nagel resümierte: "Die beiden haben sich selbst geschlagen, viele einfache Fehler gemacht. Es läuft einfach nicht." Soika und Hoppe, die vor der Saison ein Team bildeten und die laufende Serie als nachrückender Aufsteiger klar als Lern-Saison angegangen waren, merkt man an, sie haben die Spielzeit bereits abgehakt.

Nach dem 0:5 gegen die eigene Dritte folgten am Sonnabend ein 2:9 gegen Ludwigsfelde V, ein 2:6 gegen Luckenwalde I und ein 3:6 gegen Ludwigsfelde VI. Der fünfte Spieltag steigt für die beiden RRC-Vertretungen am 5. Mai in Großkoschen.

© Gunnar Reblin


Norbert Schliebner feiert 65. Geburtstag

Neuruppiner Radball-Ikone mit einem Faible für sein Bauer-Weltmeister-Modell

Sportlerherz: Norbert Schliebner wird heute zu seinem 65. Geburtstag von der Familie und Radballern beschenkt.

Neuruppin. Ihn zeichnet eine bedingungslose Vereinstreue aus. Er ist zudem als gute Seele hoch anerkannt - und lebt für seinen Verein, den Ruppiner Radsportclub. Am heutigen Dienstag feiert Norbert Schliebner seinen 65. Geburtstag.

Markante Zahlen prägen die Schaffenskraft von Radball-Ikone Norbert Schliebner. Vor garnicht allzu langer Zeit wurde der Neuruppiner für seine 50-jährige Vereinszugehörigkeit vom Kreissportbund mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.

Seit mehr als vier Jahrzehnten lenkt und führt der Jubilar als Abteilungsleiter die Geschicke bei den Radballern. Übrigens eine traditionsreiche Sportart in der Fontanestadt. Vater Helmut hatte die Leidenschaft Radball früh ergriffen, Sohn Norbert ebenso, genauso wie bei dessen Sohn André Schliebner. Die Schliebners sind eine Radball-Familie.

Seit mehr als 30 Jahren rollt Norbert Schliebner nun schon Seite an Seite mit Spielpartner Torsten Nagel über das Radball-Parkett im Land Brandenburg.

"Und wir haben beide immer noch viel Spaß an unserem Hobby", so Nagel. Er entsendet an dieser Stelle im Namen der RRC einen herzlichen Geburtagsgruß.

Eine Überraschung wurde für Norbert Schliebner ebenso vorbereitet. Seit Jahrzehnten jagt Schliebner auf einem Fahrrad der Marke Uralt-Modell der 500 bis 600 Gramm schweren Kugel, aus gepresstem Elch- oder Rosshaar, hinterher.

Sein geliebtes 1954er Bauer Brillant Sportrad, ein Weltmeister-Modell Oldtimer, mit dem das Deutsche Nationalteam in der 60er-Jahren mehrfach Weltmeister wurde, ist in die Jahre gekommen. Abgenutzt. Ein neues Vorderrad muss dringend her. Ein passendes Geschenk also zum 65. Geburtstag. Aufgehübscht mit 65er-Schildern zwischen den Speichen kann Norbert Schliebner somit weiterhin für den Ruppiner Radsportclub und die Fontanestadt im Land seine "Runden" drehen.

© Gunnar Reblin


Action auf zwei Rädern

Radball hat in Neuruppin eine hundertjährige Tradition

Norbert Schliebner im neuen Domizil der Neuruppiner Radballer

Radball in Neuruppin ohne die Schliebners? Undenkbar. Seit Jahrzehnten prägt die Familie das Bild dieses Sports in der Stadt. Norbert Schliebner und sein Teampartner Torsten Nagel sind die beiden Männer, die die Sektion Radball des Vereins Ruppiner Radsportclub e.V. zusammenhalten.

Die beiden bewegen viel. Denn mit dem Radsport haben sie Neuruppin im ganzen Land bekannt gemacht. Der mehr als 100 Jahre alte Verein hat mit seinen Jugendmannschaften derzeit alle Altersklassen besetzt und die Männer spielen bis zur Verbands- und Oberliga.

Als die Sektion Radball vor einigen Jahren ihre angestammt Halle verlassen musste, waren Norbert Schliebner und seine Mitstreiter erst unsicher, ob ein adäquater Ersatz gefunden werden könnte. "Aber unser neues Domizil in der Sporthalle der Franz-Mehring-Straße ist richtig gut", so Schliebner.

Neben dem perfekten Hallenboden bietet die neue Bleibe zwei weitere Vorteile. Ein Container vor der Halle dient als Fahrradgarage, Werkstatt und Vereinheim. Und aufgrund der Nähe zu den Wohnblöcken haben wir Zuspruch im Nachwuchsbereich", sagt Norbert Schliebner.

Um die jungen Sportler bei der Stange zu halten, braucht der Verein genügend Fahrräder. Keine kleine Aufgabe, wenn man weis, dass die Räder erst bei 1600 Euro beginnen, gute Ausführungen auch rasch mal weit mehr als 2500 Euro kosten können. Wir können das nicht alleine stemmen und sind deshalb auf Hilfe aus der Region angewiesen", so Norbert Schliebner.

Die Spende der Stadtwerke kam darum richtig gut im Verein an. Gleich zwei Räder für den Nachwuchs schenkte das Unternehmen den Radballern. Jetzt wollen wir sie so pfleglich behandeln, dass sie viele Jahre halten", sagt Schliebner.

© Bolko Bouché, Stefan Specht


Das war noch wichtig

Mit Platz vier bei den Landesmeisterschaften hat sich das U19-Team des Ruppiner Radsportclubs für das Viertelfinale der deutschen Meisterschaft qualifiziert. Ein 4:2-Erfolg über Luckenwalde und ein kampfloses 5:0 gegen das fehlende Hennigsdorf reichten Jonas El Sirwy (l.) und Joseph Schüler.

© Ruppiner Tageblatt / Lokalsport, MAZ


Sechs Punkte für Klassenerhalt erspielt

Radball-Oberliga: Neuer Partner für André Nagel

Zwei der vier Punktspiele am zweiten Spieltag gewann der Ruppiner Radsportclub am Sonnabend. Nach dem Ausfall von Stammspieler Jens Dreschler hatten die Neuruppiner Mühe Ersatz zu finden. Letztlich sprang Torsten Nagel seinem Bruder Andy (Mitte) an die Seite. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt liegt "um die 20 Jahre" zurück, sagte Torsten Nagel.
Routine auf Rädern: Etwa dopplet so alt wie die Gegner sind André und Torsten Nagel (rechts). Sie sind in den 1960ern geboren, spielten am Sonnabend erstmal wieder gemeinsam.

Neuruppin (maha) Auch das Oberliga-Team des Ruppiner Radsportclubs bleibt von der "Seuche" nicht verschont. Nach erheblichen personellen Umstellungen der Landesliga- und Verbandsliga-Mannschaften in den vergangenen Wochen trat am Sonnabend das Spitzenteam ebenfalls nicht in Stammbesetzung an.

Jens Dreschler musste wegen eines grippalen Infektes passen. Seinem Partner André Nagel blieb wenig Spielraum, wollte der RRC I sein Heimturnier nicht kampflos preisgeben. Torsten Nagel erklärte sich bereit, aus dem fünften RRC-Team aufzurücken.

Damit kam es zu einer Konstellation, die es wohl "20 Jahre" nicht mehr gegeben hatte. Das Brüderpaar kämpfte in einer Mannschaft - und dies mit soliden Ergebnissen. Zwar kassierte es zu Beginn zwei Niederlagen. Doch Kontrahenten die Spitzenteams aus Brandenburg und Ludwigsfelde gewesen. Nagel/Nagel gewannen dann aber zweimal und holten insgesamt sechs Punkte.

© Ruppiner Anzeiger, Matthias Haack


Ersatzkräften sei Dank

Radball-Landesliga: Beide Teams erhalten Hilfe zum Saisonstart

Jung gegen Alt: Youngster Joseph Schüler prüfte in dieser Szene Oldie Norbert Schliebner. Der 64-Jährige parierte. Den Neuruppiner Vergleich gewann die Sechste mit 7:2.
Vereinsinternes Duell: Torsten Hoppe (links, RRC V) gegen Thomas Lukaszewicz (RRC VI).

Neuruppin (gü) Gleich beide Neuruppiner Landesliga-Radballteams plagten beim Saisonstart Personalprobleme. Bei der Fünften musste Torsten Nagel passen. Er steckte auf der Rückreise vom Urlaub im Stau fest. Torsten Hoppe sprang Norbert Schliebner zur Seite.

Team VI bildeten die etatmäßige Stammkraft Thomas Lukaszewicz und Youngster Joseph Schüler, der Martin Otto vertrat. Letztgenannter hatte mit seinem Studium zuviel um die Ohren. Während die Sechste immerhin neun Zähler beim Heimturnier sammeln konnte, kamen für die Fünfte lediglich drei Zähler aufs Konto. Kampflos. Denn Brandenburg V trat gar nicht erst an.

Darauf angesprochen, fand Norbert Schliebner deutliche Worte. "Dass die Brandenburger nicht antreten, ist in jedem Jahr dasselbe. Ich frage mich, warum sie überhaupt erst melden?"

Der 64-Jährige war hingegen froh, dass er mitmischen konnte. Kurzfristig sprang Torsten Hoppe ein, der zuvor über ein halbes Jahr verletzungsbedingt ausgefallen war. "Eine Stammkraft pro Team muss spielen. Mit zwei Ersatzleuten anzutreten, geht nicht", erklärt Schliebner.

Im Eröffnungsspiel kam es gleich zum vereinsinternen Duell. Lukaszewicz/Schüler führten schnell mit 5:0, ehe Hoppe verkürzte. Später hatte auch Schliebner noch einen Genie-Streich parat. Er luchste Lukaszewicz den Ball vor dessen eigenen Tor ab und traf mit einem gefühlvollen "Kullerball" zielgenau ins lange Eck. Endstand: 7:2 für die Sechste.

Thomas Lukaszewicz über Nebenmann Schüler: "Der Junge will lernen. Hier, in dieser Liga, bei vielen alten Hasen, da kann er befreit aufspielen und sich einiges abgucken. Vielleicht kommt er als Ersatzmann auch mal in der Verbandsliga zum Einsatz. Ich traue ihm das zu." Oder Joseph Schüler ersetzt Lukaszewicz bei der Sechsten. Denn "Lucky", wie er von allen nur gerufen wird, muss bald "unters Messer". Eine Gallen-OP steht an.

Ihre Ambitionen auf den Staffelsieg haben am Eröffnungsspiel Tilo Franosch und Christoph Iden (Mühlenbeck II) untermauert. Lediglich gegen Hennigsdorf gaben sie zwei Punkte beim 3:3 ab. "Die beiden werden am Ende den Staffelsieg holen. Da bin ich mir sicher", gab RRC-Ikone Nobert Schliebner schon mal eine Prognose ab.

Die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für die Aufstiegsspiele zur Verbandsliga. Die beiden Neuruppiner Vertretungen hegen keine Ambitionen aufzusteigen. Am kommenden Sonnabend genießt das Oberliga-Team mit André Nagel und Jens Dreschler Heimrecht.

© Ruppiner Anzeiger, Gunnar Reblin