Starker Heimautritt

Das U13-Team des Ruppiner Radsportclub zeigte beim Heimturnier eine starke Leistung. Lennox Zechlin und Leon Wagner bezwangen Brandenburg sicher mit 6:0, es folgte ein stark herausgespielter 2:1-Sieg über Ludwigsfelde.

Gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Koschen unterlag man 3:6, für Koschen waren dies aber die ersten Gegentore. Zum Abschluss gelang ein 2:0-Sieg über Luckau.

© Roland Möller


Bärenstarke Gäste

Radball: Ziltendorf gewinnt 14. Schliebner-Gedenkturnier / RRC im Pokalfieber

Neuruppiner Duell: Christoph Soika (links) wird von Martin Otto bedrängt. Vier Teams stellte der Gastgeber am Sonnabend beim 14. Schliebner-Gedenkturnier.

Neuruppin (gü) Sechs Spiele, sechs Siege - dank dieser makellosen Bilanz ziert künftig der Schriftzug "Team Ziltendorf" den schmucken Wanderpokal, den der Ruppiner Radsportclub (RRC) stets als Siegertrophäe seines Schliebner-Gedenkturniers auslobt.

Das diesjährige Siegerteam, bestehend aus einem Fürstenwalder und einem Laubacher aus der Nähe von Frankfurt am Main, löste die Gewinner aus dem Jahr 2013, André Nagel und Jens Dreschler ab, die am Sonnabend aufgrund von Arbeit und Krankheit nicht antreten konnten.

Im Vorjahr war das Turnier wegen einer zu geringen Teilnehmerresonanz ins Wasser gefallen. Platz zwei ab der 14. Auflage des Wettbewerbs, der 1999 erstmals aufgelegt worden war, schnappten sich Christoph Soika und Eric Hoppe, Team Neuruppin II.

Glänzende Trophäen: Norbert Schliebner mit dem alten Wanderpokal (links) und dem neuen.

Bei sieben Mannschaften wurde im Modus "jeder gegen jeden" bei einer Spielzeit von zweimal sieben Minuten die Platzierungen ermittelt. Auf Neuruppiner Seite stieg nach langer Zeit auch mal wieder Thomas Blumenthal aufs Rad. Er bildete mit Torsten Nagel ein Team. "Er hat ja ewig nicht mehr gespielt. Da habe ich ihm den Vortritt gelassen", so Schliebner.

Der 62-jährige Vereinschef hatte das Turnier in Gedenken an seinen Vater Helmut einst ins Leben gerufen. An anderer Stelle (Ludwigsfelde) verbuchte das Neuruppiner Oberliga-Duo Olaf Lukaszewicz und Benjamin Trester mit Platz drei beim Finalturnier im Landespokal einen großen Erfolg. Der RRC ist überdies Ausrichter der Vorrunde um den Deutschlandpokal.

Endstand Teams
1. Ziltendorf (18 Punkte)
2. Neuruppin II (12 Punkte)
3. Neuruppin I (12 Punkte)
4. Hennigsdorf (10 Punkte)
5. Brandenburg (7 Punkte)
6. Neuruppin IV (3 Punkte)
7. Neuruppin III (0 Punkte)
RRC I: André Schliebner / Marcus Nagel
RRC II: Christoph Soika / Eric Hoppe
RRC III: Torsten Hoppe / Martin Otto
RRC IV: Torsten Nagel / Thomas Blumenthal
Hennigsdorf: Lars Tolk / Frank Neuenkirchen
Brandenburg: Dieter Wenglorz / René Wenglorz
 

© Gunnar Reblin


Duell des Tages

Vater Torsten Hoppe trifft auf Sohn Eric

Hoppe gegen Hoppe: Vater Torsten (links) trat gegen Sohn Eric an und verlor.

Neuruppin (gü) Im Rahmen des 14. Schliebner-Gedenkpokals kam es am Sonnabend in der Halle der Karl-Liebknecht-Schule auch zum Vater-Sohn-Duell. Vater Torsten Hoppe stand sich Sprössling Eric gegenüber. Die Partie lautete Neuruppin IV gegen Neuruppin II. Am Ende hatte der 17-jährige Eric weitaus mehr Spaß an der Partie als sein Vater (43 Jahre).

Mit Partner Christoph Soika fegte er das Gespann Torsten Hoppe/Martin Otto mit 10:3 vom Parkett. Während der zweimal sieben Minuten waren Vater und Sprössling beide vom Ehrgeiz getrieben. Danach gab's jedoch den Handschlag.

"Zuhause wird alles aber garantiert noch einmal ausgewertet. Mal schauen, wie dann die Stimmung ist", kennt Mutter Melanie Hoppe "ihre beiden Männer" einfach zu gut. Dann oft genug frotzeln sich Vater und Sohn an. "Jeder hat so seine Ansichten, was den Sport betrifft", so Mutter Melanie, die auch schon mal schlichtend eingreifen muss.

Youngster Eric, der seit knapp einem halben Jahr im Männerbereich seine ersten Erfahrungen sammelt, gilt als großes Talent beim Ruppiner Radsportclub. Ihm winkt bereits zeitnah die Ersatzrolle beim künftigen Verbandsligagespann Christoph Soika/Thomas Lukaszewicz, die kürzlich den Sprung aus der Landesliga in die nächsthöhere Spielklasse schafften. Am Sonnabend harmonierten Soika und Hoppe prächtig - zweiter Platz im Turnier.

© gü


Dauerhaft die Pedalen unter der Sohle

Ruppiner Radsportclub garniert Sportspiele im Radball mit Eltern-Kind-Turnier

Vater-Sohn-Team: Auch Markus Thunemann aus Neuruppin nutzte die Chance, aufs Radsport-Rad zu steigen. Mit seinem Sprössling Elias bildete er am Sonnabend ein Duo.

Neuruppin (maha) Mit dieser Resonanz hat der Ruppiner Radsportclub wahrlich nicht gerechnet: Mehr als 40 Eltern kamen am Sonnabend in die Sporthalle der Karl-Liebknecht-Schule, um ein mehrgleisiges Turnier sich anzuschauen. Zum einen ging es bei den Radball-Sportspielen um Medaillen. Zum anderen hatte der RRC ein Eltern-Kind-Wettbewerb ins Leben gerufen.

Melanie Hoppe vom Ausrichter: "Die Eltern sitzen am Spielfeldrand beim Training oder Turnier und sagen: hättest du mal, machst du mal. Da kam mir die Idee, die Eltern in die Pflicht zu nehmen." Auch freute sich der Verein über das Kommen von Mannschaften des SV Stahl Hennigsdorf, die am sehr spaßigen Tag ihren Anteil hatten.

15 Duos fanden sich - der jüngere Partner hatte Erfahrungen mit dieser Sportart, der ältere staunte. So auch Markus Thunemann, der neben seinem neunjährigen Sprössling Runden auf dem Parkett drehte. "Ich finde das ganz große Klasse", sagte der Debütant, "dass so etwas geboten wird. Uns kommt natürlich zugute, dass hier mit offenen Regeln gespielt wird" - also Fußkontakt zum Boden erlaubt ist und ein Schuss auch mit dem Fuß angesetzt werden kann. Markus Thunemann traf beim 1:0-Sieg gegen die Backen-Drachen. Sein Sohn entdeckte vor drei Jahren das Interesse für diesen athletischen Sport, setzte aber eine Weile aus.

Akrobatik am Rand: Hindernisse bauten die Junioren sich, die einrädig zu nehmen waren.

"Jetzt ist Elias wieder dabei" und zeigte sowohl seinem Vater als auch der im Publikum sitzenden Mutter, welche Körperbeherrschung nötig ist, um dauerhaft auf zwei Reifen zu stehen oder gar einen gezielten Schuss abzugeben.

Astrid Garbrecht bildet mit ihrem Sohn ein Team (Leider Geil). Auch sie hatte zum ersten Mal das "Geweih" des Radballrades in der Hand und auch sie erzielte ein Tor - beim 1:1 gegen das doppelte Chaos, ein Paar aus dem gleichen Verein (Hennigsdorf).

"Man braucht eine riesige Kondition und was für mich völlig schwierig ist: es gibt keinen Rücktritt." Christian Siegmann findet es ebenso "anstrengend" und weiß jetzt, dass "es schwer ist, das Gleichgewicht zu halten". An seiner Seite fuhr Sohn der zwölfjährige Julian.

Gut möglich, so Norbert Schliebner mit Blick auf die gut besetzte Zuschauerreihe, dass "wir das wiederholen". Nächster Höhepunkt des RRC ist jedoch das Helmut-Schliebner-Gedenkturnier. Das am kommenden Sonnabend an gleicher Stelle ab 10 Uhr ausgetragen wird.

© Matthias Haack


Eltern auf dem Radballrad

Spaßwettbewerb beim Ruppiner Radsportclub 1909/1990 kam sehr gut an

Vater mit Sohn oder Mutter mit Sohn - der Spaßwettbewerb beim Ruppiner Radsportclub war gut besucht und wird wohl wiederholt.

Neuruppin - Richtig gut besucht war am Sonnabend die Turnhalle der Karl-Liebknecht-Schule. Der Ruppiner Radsportclub war Ausrichter der Kreis-Kinder- und Jugendsportspiele (KKJSS). "Da gewohnheitsmäßig nicht so viele Teams starten, haben wir noch einen Spaßwettbewerb organisiert", erklärte Norbert Schliebner vom RRC. Es gab also auch noch ein Familie-Kind-Turnier.

Der ältere Jahrgang zeigte, wie Radball richtig gespielt wird.

"Die Idee kam uns, weil Eltern beim Training oder bei den Spielen immer reinriefen, wie ihre Kinder spielen sollen. Jetzt hatten sie einmal die Chance, sich selbst zu beweisen" erklärte Schliebner. Der war überrascht, dass sich zehn Kind-Eltern-Teams zu dem Wettkampf anmeldeten. "sogar aus Hennigsdorf war ein Team dabei, damit haben wir nicht gerechnet", so der RRC-Spieler.

Beim Turnier der KKJSS traten jeweils vier Teams in zwei Altersklassen an. "Wir haben uns Hennigsdorfer Teams dazu eingeladen", sagte Schliebner. Immer nach zwei Partien der KKJSS gab es ein Spiel des Spaßwettbewerbs. Und die kamen richtig gut an. Die Mütter und Väter saßen erstmals wie ihre Kinder auf einem Radballrad. "Als Erleichterung durften die Eltern den Ball mit dem Bein spielen und sich abstützen, was ja sonst beim Radball nicht erlaubt ist", so Schliebner.

Radfahren war für alle kein Problem, auch ohne Rücktritt kamen alle noch klar, aber den Ball spielen, da wurde es schon schwer, auch mit dem Fuß. "Es war toll, die Eltern merkten, wie schwer Radball ist, hatten aber wie ihre Kinder und auch die vielen Zuschauer eine Menge Spaß", sagte Schliebner. Wie es richtig gehen soll, sahen die Zuschauer und Eltern beim KKJSS-Turnier. Vor allem die vier Teams des älteren Jahrgangs (zwei aus Neuruppin, zwei aus Hennigsdorf) zeigten ihr Können mit Ballstafetten und schönen Toren.

© Möller


Drittes Team nun auf Rang drei

Neuruppiner Radballer waren Gastgeber des Landesligaturniers

Ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel gab es zwischen Neuruppin IV und Neuruppin V. Das vierte Team siegte 4:3.

Neuruppin - Nachdem vor einer Woche die Neuruppiner Radballer Gastgeber eines Oberligaturniers waren, richteten sie diesmal das Landesligaturnier aus. Dies Neuruppiner waren hier gleich mit drei Teams vertreten. Die "Oldies des Vereins" im Team Neuruppin IV, Torsten Nagel/Norbert Schliebner, die im Vorjahr noch in der Verbandsliga spielten, werden als stärkstes Team eingeschätzt.

Doch nach dem 1. Spieltag lag das Team nur auf Rang sechs. In ihrer Heimhalle gaben die beiden Ruppiner Radballer aber richtig Gas. Zum Auftakt gegen Mühlenbeck IV schoss Schliebner jedoch seinen Mitspielt K.O. Nagel lag einige Minuten benommen auf dem Parkett, spielte aber weiter und es reichte noch zu einem 2:2. Danach lief es bei den beiden. Die weiteren vier Partien gewannen sie und kletterten in der Tabelle auf Rang drei.

Neuruppin IV (Thomas Lukaszewicz/Christoph Soika) startete mit zwei Niederlagen und bezwang dann aber Mühlenbeck III und Mühlenbeck IV sicher. Damit ist das Team nun Tabellenfünfter. Torsten Hoppe/Martin Otto bilden das sechste Neuruppiner Team. Mit immer noch null Punkten sind sie derzeit das Schlusslicht.

Die Schüler der U11 spielten in Koschen. Das zweite RRC-Team wurde aus der Liga abgemeldet, da sich die Spieler für eine andere Sportart entschieden haben. Neuruppin I mit Lennox Zechlin/Leon Wagner und Trainer Torsten Nagel sind nach einem anstrengenden Spieltag als Tabellendritte nach Hause gereist. "Wir wissen jetzt, was wir trainieren müssen, wo unsere Schwächen liegen. Am nächsten Spieltag haben wir Heimrecht, da wollen wir es besser machen", so Leon Wagner.

© Möller


Sport vom Wochenende

Ellenbogen ausfahren im Abstiegskampf

Voller Körpereinsatz: beim Oberliga-Heimturnier erkämpfte sich das erste Neuruppiner Radball-Team mit André Nagel (hier rechts im Duell mit dem Großkoschener Jens Schönherr) und Jens Dreschler sechs wichtige Zähler im Abstiegskampf.

Für Team II mit Olaf Lukaszewicz und Benjamin Trester rückte der Aufstieg derweil in weite Ferne.

© Gunnar Reblin


Flachsen ja, aber im Spiel zählt nur Vollgas

FÜNF FRAGEN AN: Marcus Nagel / Neuruppiner zieht Fazit nach Finalturnier und Saison

Marcus Nagel

Neuruppin. seit knapp vier Jahren bilden Marcus Nagel und Andreas Schliebner ein Radballteam. Die Neuruppiner, Team III des Ruppiner Radsportclubs, zählen zu den gewieften Akteuren in der Verbandsliga. Nagel kann seit kurzem erst wieder seinem geliebten Hobby nachgehen. Der 52-Jährige musste nach einem komplizierten Bruch des rechten Sprunggelenks monatelang aussetzen. Nach dem letzten Saisonspieltag nahm er sich viel Zeit für ein Gespräch mit dem Sportredakteur Gunnar Reblin.

Mit welcher Zielsetzung sind Sie und Ihr Spielpartner André Schliebner in den letzten Spieltag gegangen?

Marcus Nagel: So, wie wir immer die Turniere angehen, wir wollen alle Spiele gewinnen. Wenn das nicht so wäre, dann bräuchten wir gar nicht erst anzutreten. Klar, wir flachsen hier alle auch gerne mal ein bisschen rum und es geht recht locker zu, was total schön ist. Aber in den 14 Minuten Spielzeit geben alle Vollgas. Wir natürlich auch.

Drei Spiele, dreimal war ein Sieg drin, dreimal gab es nur ein Remis: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Mit den drei Unentschieden können wir leben. Die gehen schon in Ordnung. Klar, es wären mehr Punkte drin gewesen, aber uns sind dann individuelle, kleine Fehler unterlaufen. Die wurden bestraft. Zudem macht sich schon bemerkbar, dass wir kaum zusammen trainieren können.

Inwiefern?

André kommt an den Spieltagen extra aus Lübeck angereist. Er opfert meistens sein ganzes Wochenende. Davor ziehe ich den Hut. Und wenn man nicht zusammen trainieren kann, fehlt oft der letzte Tick Genauigkeit, im Pass- und im Positionsspiel. Da muss man schon oft nochmal schauen, bevor der Pass gespielt wird. Andere, die besser abgestimmt sind, spielen blind. Da sind es manchmal Zehntelsekunden, die den Vorteil ausmachen.

Ihr Nebenmann hat heute sensationell gehalten. Haben Sie das auch so gesehen?

Ja, absolut. André ist ein super Keeper. Aber er taugt auch als Feldspieler (lacht).

Wie bewerten Sie den vierten Platz in der Abschlusstabelle?

Ist doch super. Unser Ziel war, die Klasse zu halten. Ein guter Mittelfeldplatz sollte es sein. Um ganz oben angreifen zuu können, sprich mal das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen, dafür musst du hart trainieren. Und wie gesagt, das geht bei uns nicht. Wir merken schon, dass uns die Partien hintenraus ein wenig die Puste fehlt. Deshalb wechseln wir auch oft die Positionen untereinander.

© Gunnar Reblin


Tuchfühlung zur Spitze

Radball-Verbandsliga: Neuruppin III mit drei Remis / Platz vier im Abschlusstableau

Reflex: Neuruppins André Schliebner hielt am Sonnabend bravourös, parierte sogar drei Viermeter. In dieser Szene fehlten ihm allerdings die berühmten Zentimeter, um den Einschlag zu verhindern. So kam Brandenburg III nach einer Ecke noch zum 4:4-Ausgleich.

Neuruppin (RA) Bei optimaler Punktausbeute und etwas Schützenhilfe hätte die dritte Neuruppiner Radball-Mannschaft mit André Schliebner und Marcus Nagel noch an den Aufstiegsplätzen zur Oberliga schnuppern können. Beim Heimturnier gab es am Sonnabend jedoch drei Remis. Allerdings waren mit Nord Berlin II und Brandenburg III zwei Schwergewichte der Liga vor Ort. Mit Platz vier im Enfklassement schlossen die Neuruppiner die Verbandsliga-Saison dennoch überragend ab.

Schliebner und Nagel wissen die Ergebnisse schon realistisch einzuschätzen. "Für ganz oben fehlt uns einfach das gemeinsame Training", bringt es Nagel auf den Punkt (siehe untenstehendes Interview). Wie stark das Team aufspielen kann, zeigte es am Sonnabend in allen drei Partien. Zunächst wurde die Siegchance gegen Mühlenbeck quasi mit dem Schlussgong vergeben. Beim Stand von 4:4 verschoss Marcus Nagel einen Viermeter.

Im zweiten Spiel gegen das bärenstarke Duo Nord Berlin II führten die Neuruppiner schon 2:0 und 3:1. In dieser Partie zeigte vor allem Schliebner seine hervorragenden Reflexe im Tor. Der Beiname "Katze Schliebner" und reichlich Applaus gab's von den Zuschauern. Mit einer Abwehraktion gelang ihm sogar ein Treffer. Der Ball rollte in Richtung verwaistes Tor, prallte an den Innenpfosten und lag im Netz. Doch selbst dieser Rückschlag brachte die Berliner nicht aus dem Konzept. Denn auch Andreas Lyso und allen voran Godehard Behnke haben richtig Klasse - sie feierten später den Meistertitel.

Letztgenannter spielte für den Berliner Club schon in der 1. und 2. Bundesliga. Immer wieder setzte der 52-Jährige seine Hammerschüsse an, die mit beeindruckender Präzision stets im oberen Knick einschlugen. "Er hat einfach einen super Schuss, bringt viel Erfahrung mit und weiß einfach immer, wo er stehen muss", staunt selbst Vereinskollege Tim Kröner, der für Berlin III auf dem Rad steht, immer wieder über Godehards Können. Er war es auchm der Berlin II im Match gegen Neuruuppin noch zum 3:3 schoss.

Meisterteam: Torwart Andreas Lyso und Godehard Behnke (rote Trikots, hier im Match gegen Mühlenbeck) holten in Neuruppin zehn Punkt und erklommen Tabellenplatz eins.

Im abschließenden Spiel für die Gastgeber lieferten sich Schliebner/Nagel einen packenden Schlagabtausch mit Brandenburg III. Schliebner glänzte als Viermeter-Töter und als gewiefter Torschütze. Die Brandenburger kamen kurz vor Schluss noch zum 4:4.

Weitaus bitterer verlief der Spieltag für den SV Mühlenbeck. Obwohl Uli Kersten und René Schmeichel sieben Punkte holten, blieben sie auf einem Abstiegsplatz kleben - punktgleich mit Finsterwalde II, aber eben mit schlechteren Tordifferenz. Auch in Neuruppin gab es für das Duo aus Oberhavel einen herben Dämpfer. Gegen Nord Berlin II setzte es eine 1:11-Schlappe. Dafür gewannen sie die letzte Partie des Tages gegen Brandenburg III mit 5:3.

© Gunnar Reblin


Verbandsliga-Radballer beenden Saison als Vierter

Heimturnier: Neuruppiner ärgern Spitzenteams

Starke Saison: Die Neuruppiner André Schliebner (links) und Marcus Nagel schlossen nach sechs Punkten beim finalen Heimturnier die Verbandsliga-Spielzeit auf Rang vier ab.

Neuruppin (gü) Die dritte Radballmannschaft des RRC Neuruppin hat die Verbandsliga-Saison 2015 mit einem überaus beachtlichen vierten Platz abgeschlossen. André Schliebner und Marcus Nagel konnten am sechsten und letzten Spieltag ihr Punktekonto zwar um sechs Zähler auf 35 aufstocken, aber dank der ebenfalls mageren Bilanz der unmittelbaren Tabellennachbarn, machten die Neuruppiner an Boden gut. "Platz vier ist doch super. Unser Ziel war es nicht abzusteigen", ist Marcus Nagel vollauf zufrieden mit Erreichten.

Auch mit der Punkteausbeute beim Heimturnier konnte der 52-Jährige leben. Immerhin trotzten die Fontanestädter den Spitzenteams Nord Berlin II (3:3) und FSV Brandenburg III (4:4) jeweils ein Remis ab. In beiden Partien war aber auch mehr drin, weil kurz vor Schluss eine Führung zu Buche stand. Auch beim 4:4 gegen Mühlenbeck hatten Schliebner/Nagel die Chance auf einen Dreier, vergaben aber einen Viermeter kurz vor dem Ende.

Am 4. Juli spielt Neuruppin V mit Thomas Lukaszewicz und Christoph Soika als Zweiter der Landesliga Nord die Aufstiegsrelegation. So könnte der RRC bald mit zwei Teams in der Verbandsliga angreifen.

© Gunnar Reblin


Neuruppiner haken Aufstieg ab

Radball-Oberliga, 3. Spieltag: Trester/Lukaszewicz verpassen optimale Punktausbeute / RRC-Oldies holen sechs Zähler

Platzierter Schuss: Neuruppins Benjamin Trester traf hier gegen Großkoschen V zum 4:2 (Endstand 4:3). Beim Heimturnier gewannen er und Partner Olaf Lukaszewicz nur zwei von vier Spielen.

Neuruppin. RA) "Halbzufrieden", so Benjamin Trester, sei er nach dem Heimturnier. Zusammen mit Partner Olaf Lukaszewicz bildet er seit vier Jahren des zweite Radballteam des Radsportclubs (RRC) und am Sonnabend war das Duo für die ganz engen Spiele verantwortlich. Zwei Siege und zwei Niederlagen, so die Bilanz.

"Spielerisch lief es bei uns nicht so gut", resümierte Trester. Und der 30-jährige übte auch Selbstkritik: "Hintenraus gingen mir die etwas Kräfte aus." Die abschließende Niederlage (3:5) gegen Kellerkind Luckenwalde I trübte zusätzlich den Gesamteindruck. Trester: "Wir gehören zwar zum oberen Tabellendrittel, sind aber irgendwo im Niemandsland." Neun PunkteRückstand sind es zu den Aufstiegsrängen, ein Puffer von acht Zählern liegt zwischen der Abstiegszone.

Nach der Hälfte der Saison (drei Spieltage stehen noch aus) ist für das Team Neuruppin II der Aufstiegszug bereits abgefahren. "Aus diesem Rennen haben wir uns wohl verabschiedet", sagte Trester. Das Ziel Aufstieg in die 2. Bundesliga bleibt mit Blick auf die kommenden Spielzeiten jedoch bestehen. "Da wollen wir hin. Wir haben uns in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, müssen wohl aber noch mehr an der Physis arbeiten", sieht Trester "auf jeden Fall noch Luft nach oben."

Am Sonnabend ging die Auftaktpartie gegen eines der Spitzenteams, RC Ludwigsfelde II, mit 3:4 verloren. Nach einem 0:2-Rückstand kamen Lukaszewicz/Trester auf 2:2 heran. "Doch dann haben wir unsere Chancen einfach nicht genutzt", ärgerte sich Trester. Besser lief es in der zweiten Partie. Gegen Großkoschen V legten die Neuruppiner schnell ein 3:0 vor. Doch es wurde noch einmal eng. 16 Sekunden vor dem Ende führten sie 4:3. Ein wenig Zeitspiel reichte, um die Punkte zu sichern.

Im dritten Match gegen Großkoschen III machten sie es wieder spannend. Zunächst lief es jedoch wie am Schnürchen. Olaf Lukaszewicz zeigte seine Klasse, stand als Torwart klasse und zog dreimal nach einer Parade direkt aus der Distanz ab: 3:0. Ein umstrittener Viermeter sorgte zehn Sekunden vor dem Schlussgong für Ernüchterung - 4:4. Doch der letzte Schuss von Lukaszewicz, der am Spieltag seinen 24. Geburtstag feierte, saß. Er knallte den Ball zum 5:4 unter die Latte. Sieg.

Die abschließende Niederlage "war so natürlich nicht eingeplant", wie Trester befand. Schnell lag Neuruppin II 0:3 hinten, fing sich kurz nach der Halbzeit das vierte Tor ein. Trester: "Wir haben dann beide die Positionen getauscht, sind noch mal rangekommen." Es reichte nicht mehr, um mit einem möglichen dritten Sieg noch ein Stück zufriedener aus der Halle zu gehen.

Dies dürften André Nagel und Jens Dreschler, Team I aus Neuruppin, getan haben. Mit zwei Siegen gegen die unmittelbare Konkurrenz im Tabellenkeller (5:4 gegen Großkoschen V und 8:2 gegen Luckenwalde I) wurde der Anschluss ans Tabellenmittelfeld hergestellt. Das dritte Spiel ging gegen Großkoschen III mit 1:4 verloren. Dennoch bleibt der Kampf um den Klassenerhalt für die Liga-Oldies eine Herkulesaufgabe.

© Gunnar Reblin


Jung und Alt verträgt sich doch

Torsten Nagel spielt mit Youngster Eric Hoppe und hat viel Spaß

Torsten Nagel spielte diesmal mit Eric Hoppe in einem Team.

Neuruppin - Seit Jahren oder besser Jahrzehnten spielt Torsten Nagel mit Norbert Schliebner in einem Radballteam, auch für das Landesligaturnier am Sonnabend in Neuruppin war es so geplant. Schliebner erschien auch in der Halle, setzte sich kurz auf das Rad und musste sich eingestehen, heute geht es nicht. "Keine Ahnung was los ist, ich fühle mich einfach nicht gut, Magenprobleme", sagte er.

Ein neuer Partner wurde für den 52-jährigen Torsten Nagel gesucht und gefunden in Eric Hoppe, einem 17-jährigen Nachwuchstalent beim Ruppiner Radsportclub. "Da er zur Zeit auswärts lernt, hat er in diesem Jahr keinen Partner, aber in der nächsten Saison will er wieder richtig angreifen", sagte Torsten Nagel und freute sich diebisch: "Endlich bin ich mal nicht der Junge im Team und kann im Tor stehen und Eric muss die weiten Wege fahren."

Das Zusammenspiel der beiden klappte dann besser als erwartet, leider nicht ergebnismäßig. "Das Auftaktspiel gewinnen wir, wenn ich nicht zwei Fehler mache", ärgerte sich Nagel. Auch Spiel zwei gegen Mühlenbeck ging mit 4:5 verloren, genau wie der abschließende Vereinsvergleich Neuruppin V. Dazwischen gab es aber einen 2:1-Erfolg über Mühlenbeck III.

Neuruppin V (Thomas Lukaszewicz/Christoph Soika) gewann auch seine anderen drei Partien mit 9:2 gegen Neuruppin VI, 4:3 gegen Hennigsdorf und 5:0 gegen Mühlenbeck III. Damit ging es für die beiden Ruppiner Radballer in der Tabelle auch aufwärts. Neuruppin VI mit Torsten Hoppe/Martin Otto ging nicht ganz leer aus, es gab einen Punkt für ein 3:3 gegen Mühlenbeck III.

© Möller


Beherzte Rettungstat: Torsten Nagel sprang im Spiel gegen Stahl Hennigsdorf quasi vom Sattel und hechtete mit einer Hand Richtung Ball. Jedoch brachte er nur seine Fingerspitzen an die Kugel, die dann unter der Latte einschlug. Es war das 2:1 für die Gäste. Endstand 4:2 für Stahl. Nagel holte mit Ersatzmann Eric Hoppe am Sonnabend beim Landesliga-Heimturnier sechs Punkte.

Neuruppin V erklimmt Platz eins

Radball, Landesliga: Lukaszewicz/Soika bejubeln fünf Siege und träumen vom Aufstieg

Parade: Thomas Lukaszewicz wehrte den Schussversuch von Torsten Hoppe im vereinseigenen Duell ab. Zusammen mit Spielpartner Christoph Soika (links) gewann er diese Partie klar mit 9:2.

Neuruppin (RA) Mit einer formidablen Vorstellung beim Heimturnier haben sich Thomas Lukaszewicz und Christoph Soika, die zusammen das fünfte Neuruppiner Radballteam bilden, Tabellenplatz eins erspielt. Ihre Bilanz: volle Punkteausbeute mit 15 Zählern. Somit kann das Gespann von einer Teilnahme an der Aufstiegsrelegation träumen. Darüber hinaus gab es aus Gastgebersicht ein vielversprechendes Debüt eines Youngsters.

Der Auftakt hätte für Thomas Lukaszewicz und Christoph Soika kaum besser laufen können. Im vereinsinternen Macht gegen die Sechste (Torsten Hoppe/Martin Otto) hatten sie leichtes Spiel und schossen sich regelrecht warm. Schon zur Halbzeit bahnte sich ein Schützenfest an (5:0). Soikas früher Doppelschlag, jeweils feine Aktionen gingen den Treffern voraus, gab Sicherheit. Am Ende hieß es 9:2 für die Fünfte. Es folgten weitere Siege. 4:3 gegen Hennigsdorf I, 5:4 gegen Neuruppin IV und 5:0 gegen Mühlenbeck III (Abbruch beim Stand von 3:0 nach Verletzung beim Oberhavel-Team). Zudem hatten alle Mannschaften bereits einen 5:0-Sieg im Ergebnisbuch stehen, weil Luckenwalde garnicht erst anreiste.

Mit einem Schreck begann das Turnier für Neuruppin IV. Torsten Hoppe sah, wie sein Spielpartner Norbert Schliebner kreidebleich auf dem Stuhl hockte. "Bei mir geht heute gar nichts. Ich fühle mich hundsmies", so Schliebner. Zum Glück hatte Ersatzmann Eric Hoppe seine Tasche vorbildlich gepackt. Denn plötzlich musste der 17-jährige aufs Rad. Es war das Männer-Debüt vom Youngster (siehe Streiflichter). "Es wird viel schneller und härter gespielt als im Juniorenbereich", gab Hoppe seine erste Eindrücke zu Protokoll. Trotz der Auftaktniederlage (2:4) gegen Hennigsdorf I zeigte er sich zufrieden mit dem Premierenspiel. "Na fürs erste Mal war das okay. Dass mir auch gleich zwei Tore gelungen sind, ist klasse."

Auch Routinier Torsten Nagel fand nur lobende Worte für seinen neuen Nebenmann: "Er ist sehr flink. Er bringt viel Qualität mit." Für Nagel hieß es fortan sein gewohntes Spiel etwas umzustellen. "Mit Eric an meiner Seite ist mehr Tempo-Radball gefragt. Da muss ich mich auch erst drauf einstellen." Gegen Hennigsdorf gab es nach einem 1:1 zur Halbzeit im zweiten Durchgang schnell die kalte Dusche. Ruckzuck stand es 1:4 aus Sicht der Neuruppiner. Zweimal patzte Nagel vor den Gegentoren. "Da habe ich geschlafen, die nehme ich auch auf meine Kappe", sagte Nagel. Auch ärgerte er sich über die beiden folgenden und jeweils knappen 4:5-Niederlagen gegen Mühlenbeck IV und Neuruppin V. Nagel und Ersatzmann Hoppe konnten aber noch einen 2:1-Erfolg über Mühlenbeck III bejubeln. Für Torsten Hoppe/Martin Otto brachte neben dem kampflosen Erfolg gegen Luckenwalde noch ein 3:3 gegen Mühlenbeck III Zählbares. Dazu gab es zwei Niederlagen (2:9 gegen Neuruppin V und 0:7 gegen Mühlenbeck IV).

Die Aufstiegsrelegation findet am 4. Juli statt. Die Neuruppiner sind Ausrichter. Beim Turnier mit den jeweils ersten Zwei der drei Landesliga-Staffeln sind drei Aufstiegsränge ausgeschrieben.

© Gunnar Reblin


Akrobatik auf dem Zweirad

Sekundenlang im Stand: Das zeigen die Radballer in Perfektion. Am Sonnabend bekam Andy Nagel seine rechte Hand dennoch nicht an den Ball. Aber mit Partner Jens Dreschler holte er acht Punkte im Heimturnier. Damit verschaffte sich der RRC I ein wenig Luft im Abstiegskampf. Das Polster beträgt vor dem finalen Turnier in Luidwigsfelde ein Punkt. Am Sonnabend wurden zwei Siege erspielt und zwei Remis. Eines gelang trotz zweimaligen Rückstandes (0:2, 2:4) gegen die vereinseigene Zweite. Benjamin Trester und Olaf Lukaszewicz punkteten nur viermal, aber sie sind Staffelsiebter von zwölf. Die drei letzten steigen aus der Oberliga ab.

© Matthias Haack


Zwei schlitzohrige Routiniers

Radball-Verbandsliga: Ruppiner Duo Nagel/Schliebner nutzt Heimvorteil und holt satte sieben Punkte

Reflex: Der 60-jährige Norbert Schliebner glänzte am Sonnabend auch mehrfach als Torwart beim RRC-Heimturnier.

Neuruppin Satte sieben Punkte hat das Gespann Torsten Nagel/Norbert Schliebner beim Heimspieltag der vierten Mannschaft des Ruppiner Radsportclubs (RRC) eingefahren. Und es hätte am Sonnabend sogar noch mehr Zähler am Ende auf dem Pluskonto stehen könnnen, so stark wie sich das Verbandsliga-Duo in der Karl-Liebknecht-Halle präsentierte. Bis auf eine Ausnahme bei den vier absolvierten Partien zeigte das Duo seine ganze Routine. "In unserem Alter muss man einfach clever spielen, sonst ist gegen die Jugend nichts zu holen", so Schliebner mit einem Augenzwinkern nach einem famosen Turnier. Auch Partner Torsten Nagel war rundum zufrieden. "Sieben Punkte sind viel. Damit haben wir nicht gerechnet." Nur das i-Tüpfelchen habe gefehlt. Damit sprach er auf das Spiel gegen Cottbus an. Der RRC hatte darin 2:1 geführt, dann die große Chance zum 3:1 liegengelassen und gegen die Youngster am Ende noch 2:4 verloren. Nagel: "Und dabei noch quasi Schützenhilfe geleistet" - waren alle Tore Geschenke.

In den beiden Spielen zuvor spielte das Duo weitaus abgezockter. Gegen Brandenburg V ließ es nach "einer glücklichen 1:0-Führung" (Schliebner) fortan nichts mehr anbrennen, siegte am Ende "auch in der Höhe" verdient mit 4:1. Anschließend ging es gegen Cottbus III weitaus enger zu. Doch einen zweimaligen Rückstand steckten die Neuruppiner weg und holten ein 2:2-Unentschieden.

Im letzten Spiel zeigten die beiden Oldies (Nagel ist 51 Jahre alt, Schliebner gar 60) ihr bestes Spiel an den Tag. Erst Nagel zum 1:0, dann Schliebner zum 2:1 (Viermeter) brachten den RRC gegen Spremberg zweimal in Front. Dann legte Nagel nach, ehe 2:30 Minuten Schliebner ganz schlitzohrig den Deckel drauf machte - 4:1. Das Viermeter-Gegentor mit der Schlußsirene trübte die Ruppiner Freude nicht im geringsten - aber ausgepowert waren beide.

Schliebners Fazit: "Für uns ist jeder Punkt gold wert, denn für uns zählt in dieser Saison nur der Klassenerhalt." Beim ersten Turnier hatte das Gespann nur drei Zähler holen können.

© Gunnar Reblin


Nach dem Knockout aufgedreht

Radball-Landesliga: Drei RRC-Teams beim Heimturnier / Duo Schliebner/Nagel top

Guter Reflex: Der 61-jährige Norbert Schliebner von der Vierten des RRC hielt mit einer Parade im Duell gegen das Duo Olaf Lukaszewicz/Christoph Soika (RRC V) die 4:1-Führung zur Pause fest. Endstand 4:3. Schliebner und sein Partner Nagel stiegen gesundheitlich angeschlagen aufs Rad - beide sprachen von Anzeichen des Grippevirus.

Neuruppin. Leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen dem Volksmund nach das Denkvermögen erhöhen. Nach dem zweiten Spieltag der Radball-Landesliga in Neuruppin können die Athleten diesen Spruch umformulieren. Ein Hanfball am Kopf sorgte für siegreiche Partien.

Treffsicher: Torsten Nagel (rechts) erzielte vier Treffer im Spiel gegen den Vereinskollegen Thomas Lukaszewicz (links), in dessen Team auch Christoph Soika auf dem Rad sitzt.

Betrübt schaute Norbert Schliebner vom RRC IV auf seinen Partner Torsten Nagel. Ihn hatte gerade das Spielgerät, ein Hanfball, im Gesicht getroffen. "So ein Ding habe ich auch noch nicht bekommen und ich bin schon seit 40 Jahren dabei." Schliebner versuchte im Derby gegen den RRC V mit Thomas Lukaszewicz und Christoph Soika einen Torschuss anzubringen. Der leicht verunglückte Ball flog aber auf Lukaszewicz zu, der sich gekonnt wegdrehte. Hinter ihm stand Nagel, der den Ball ins Gesicht bekam. Einige Minuten dauerte es, bis sich der Routinier wieder aufgerappelt hatte.

Wie dadurch wachgeküsst, drehte Nagel plötzlich auf und schoss innerhalb weniger Momente vier Tore gegen die eigene Fünfte. Die sollten dann auch zum 4:3-Erfolg reichen und fortan für eine unerwartete Siegesserie. "Hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft", freute sich Nagel nach dem Turnier. Schmerzfrei und ohne Niederlage ging es für ihn aber direkt ins Bett. "Norbert, mein Mitspieler, hatte schon leichte gesundheitliche Probleme. Und mich hat es nun richtig erwischt. Ich musste mich direkt hinlegen."

Aber sicherlich sollte alles mit einem Lächeln passieren. War es beim ersten Spieltag nur Sechster, so katapultierte sich das Duo Schliebner/Nagel nach dem Spieltag auf den dritten Tabellenrang und somit in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. "Wir haben gar nicht diese Ambitionen. Eigentlich wollte unsere Fünfte um den Aufstieg in die Verbandsliga spielen."

Das RRC-Team V (Thomas Lukaszewicz/Christoph Soika) startete jedoch mit zwei Niederlagen ins Turnier. Einzig gegen Mühlenbeck III (3:1) und Mühlenbeck IV (5:1) gelangen dreifach Punktgewinne. Durch die sechs Zähler verlieren die Neuruppiner in der Tabelle einen Platz und müssen somit an den verbleibenden zwei Spieltagen jeweils eine perfekte Runde spielen. "Sie haben überhaupt nicht ins gefunden. Ihre Aktionen waren nicht schnell genug und insgesamt immer wieder einen Tick hinterher. Dadurch wurden sie hektisch", erklärte Torsten Nagel.

Torsten Hoppe/Martin Otto vom RRC VI zieren in der Gesamtwertung mit null Punkten das Tabellenende. Nagel: "Beide haben aber nach langer Pause erst wieder angefangen. Es ist für sie eher ein Trainingsjahr."


RRC-Talente zeigen junge Kämpferherzen

U11-Heimturnier: Zechlin/Wagner verteidigen Tabellenplatz drei

Jüngstes RRC-Team: Lennox Zechlin (links) und Leon Wagner.

NEURUPPIN | Mit Kampfgeist und toller Moral sorgten die beiden Youngster des Ruppiner Radsportclubs (RRC), Leon Wagner (8 Jahre) und Lennox Zechlin (9), für einen versöhnlichen Ausklang beim Heimturnier der U11-Verbandsliga. Gleich zwei Rückschläge hatten sie zu Beginn des dritten Spieltages am Sonnabend hinnehmen müssen.

Vielleicht hatte der Ehrgeiz am Tag zuvor doch einige Körner zu viel gekostet. Denn die beiden Talente halfen nicht nur beim Aufbau des Spielfeldes mit, sondern mussten unbedingt noch ein wenig trainieren. "Wir wollten doch einen Platz in der Tabelle gutmachen", erklärte Lennox Zechlin die löblich eingeschobene Zusatzschicht. Nach zwei Turnieren starteten die Neuruppiner mit Platz (bei sechs Teams) ins Heimturnier in der Halle der Karl-Liebknecht-Schule.

Die erste Partie gegen Märkisch-Buchholz I ging mit 1:2 verloren. Auch die zweite Begegnung gegen den Spitzenreiter Märkisch-Buchholz II begann denkbar schlecht. 0:2 hieß es nach wenigen Minuten. Doch dann nutzte das RRC-Gespann einen Ausrutscher eines Gästespielers, der samt seinem Fahrrad über die Bande flog, und traf in kurzzeitiger Überzahl zum 1:2. Leon Wagner netzte ein.

Doch Märkisch-Buchholz machte in der zweiten Halbzeit den dritten Treffer zum Endstand. Kurz vor dem Ende zeigte Lennox Zechlin sein Kämpferherz und verhinderte mit einer kuriosen Rettungstat - als der Ball aufs Leere Tor zurollte, stürzte er vom Fahrrad, lief hinterher und stoppte die Kugel mit dem Fuß auf der Torlinie - ein weiteres Gegentor.

Klasse Torwartspiel: Neuruppins Lennox Zechlin verhinderte hier mit einer Fußparade ein Gegentor.

Belohnt wurden das Duo für seine beherzte Vorstellung erst im dritten Turnierspiel gegen Brandenburg. Kurz zuvor ließen beide noch verlauten: "Wäre doch gelacht, wenn wir nicht wenigstens ein Spiel gewinnen." Und es gelang. Beim 3:0-Erfolg ließen sie aufblitzen, was sie im Training bereits gelernt haben. Zudem setzte das Duo die Tipps von Trainer Torsten Nagel, der am Spielfeldrand eifrig coachte, bestens um. Mit diesem Sieg behaupteten Zechlin/Wagner Rang drei in der Tabelle.

Der vierte und letzte Spieltag findet am 30. Mai in Märkisch-Buchholz statt. RRC-Ikone und Nachwuchstrainer Norbert Schliebner: "Vom Niveau her sind alle beisammen. Da entscheiden Kleinigkeiten. Bisher haben es die Jungs prima gemacht."

Das zweite gemeldete RRC-Team (Fin Lennox Wehden/Paul Tanz) kam am Sonnabend nicht zum Einsatz, sodass alle Partien mit 5:0 für die Gegner gewertet wurden.

© Gunnar Reblin


Sichtlich beflügelt im neuen Domizil

Drei Teams des Ruppiner Radsportclubs erfolgreich am ersten Oberliga-Spieltag zu Hause

Die Radballer des Ruppiner Radsportclubs hatten am Samstag Premiere: der erste Heimspieltag nach ihrem Umzug. Hier kämpfen André Nagel (Team I) und Olaf Lukaszewicz (Team II, r.) um den Ball.

NEURUPPIN | Zufriedene Gesichter beherrschten am Samstag die Szenerie in der Turnhalle der Karl-Liebknecht-Schule in Neuruppin. Und das nicht nur, weil die Radballer des Ruppiner Radsportclubs am zweiten Spieltag der Oberliga sportlich gut abschnitten. Der Verein um Norbert Schliebner durfte auch erleben, wie gut alles am ersten Heimspieltag im neuen Domizil bereits funktionierte. Fast ein Jahrhundert hatte der RRC Neuruppin in der Rosenhalle residiert, gepunktet, gefeiert, aber auch Niederlagen hingenommen.

Die schlimmste, so sah es zunächst aus, war die, als dem Verein seitens der Stadtverwaltung die Kündigung auf den Tisch flatterte. Die Halle kostete zu viel für Erhaltung und laufende Kosten, über anstehende, dringend notwendige Renovierungen wollten die Verantwortlichen schon gar nicht mehr nachdenken. Die Alternative für den RRC: Umzug in die neue Turnhalle.

Der ist nun erfolgreich abgeschlossen und die drei Mannschaften des Ruppiner Radsportclubs waren sichtlich beflügelt. "Die erste Runde (gemeint ist der erste Spieltag) lief noch nicht so gut", so Norbert Schliebner zum Saisonstart vor Weihnachten, als lediglich die "alten Haudegen" Jens Dreschler und André Nagel vier Punkte in Ludwigsfelde holen konnten. Das sah am Samstag schon anders aus. Dreschler und Nagel trotzten dem Tabellenzweiten FSV Brandenburg ein 2:2-Unentschieden ab.

Es folgten Siege gegen die dritte Vertretung der Brandenburger (2:0) und gegen die jungen Wilden aus dem eigenen Stall, Team II (3:0) mit Olaf Lukaszewicz und Benjamin Trester. Besonders Trester sah man an, dass er noch Trainingsrückstand hatte - einem gebrochenen Finger geschuldet. "Da kann man doch sehen, was Erfahrung ausmacht", scherzte Dreschler nach der Partie. Zur Halbzeit führte Team I durch ein Tor von Dreschler kurz vor dem Pausenpfiff, nach dem Wechsel zogen die Routiniers kurz das Tempo an, um nach ihrem dritten Treffer das Ergebnis zu verwalten.

Während Team II, bis auf den Ausrutscher gegen die eigenen Leute, noch drei Siege einfuhr, und auch Team III mit André Schliebner und Christoph Soika sechs Punkte an diesem Spieltag holte, beschäftigte sich Norbert Schliebner mit interessierten Nachwuchsfahrern, sprich Schulkindern, die einmal auf so einem Rad sitzen wollten.

© Dirk Becker


Wie zu Hause auf dem alten Parkett

Torsten Nagel spricht über den RRC in neuer Halle

Torsten Nagel: Vorstandsmitglied beim Ruppiner Radsportclub 1909/1990 e.V.

Neuruppin. Der Ruppiner Radsportclub freundet sich mit seiner neuen Heimat an. Jahrelang in der Rosenhalle aufgespielt, die irgendwann liebgewonnen wurde, folgte im Sommer 2013 der Umzug in die Halle der Karl-Liebknecht-Schule. Nach anfänglicher Skepsis fühlen sich die Radballer dort aber pudelwohl. Vorstandsmitglied Torsten Nagel erläuterte RA-Mitarbeiter Stephan Ellfeldt nach dem ersten Punktspielturnier am Sonnabend die Gründe.

Wie zufrieden sind Sie mit der neuen Halle?

Sehr. Die Stadt Neuruppin hat uns sehr unterstützt und sich ins Zeug gelegt.

Welche Schwierigkeiten gab as anfänglich?

Die Halle hat Hartparkett, weil sie als Mehrzweckhalle für die Schule genutzt wird. Das ist auch gut so, weil es strapazierfähiger ist als das Weichparkett. Nur als sie die Felder aufgezeichnet hatten und versiegelten, war es erst einmal ziemlich glatt. Nach einmal wischen war es dann aber auch wieder gut.

Jetzt kann problemlos Radball gespielt werden?

Wir hatten vorher auch eine Notlösung, da wurde Essigreiniger an die Räder getan. Damit war es nicht mehr so glatt mit dem Staub unter den Rädern. Jetzt spielt es sich richtig gut. Es ist wie zu Hause in der Rosenhalle auf dem alten Parkett. Und sowieso viel besser für uns als Kunststoff.

Welche Rolle spielt der Standort für den Verein?

Für uns ist die Nähe zur Schule gut, weil wir nun eine Arbeitsgemeinschaft anbieten können. Unser Abteilungsleiter Norbert Schliebner hat auch die Zeit dazu, Kinder zu betreuen.

In Zahlen heißt das was?

Vor einer Woche zählten wir vier Kinder.

Hat dies mit einem Mehraufwand für den Verein zu tun?

Früher hatten wir keine Kinderräder, aber dank der Unterstützung von den Stadtwerken Neuruppin konnten wir zwei erwerben. Ein Rad allein kostet zirka 1200 Euro. Doch damit hat es sich dann noch nicht. Insgesamt sind die Materialkosten sehr, sehr hoch. Beim letzten Einkauf von sechs Posten waren knapp 500 Euro weg.

Kann der Verein noch weiter investieren?

Auf einer der nächsten Sitzungen vom Vorstand werden wir wohl beschließen, dass wir weiter investieren müssen und noch weitere Räder anschaffen für die Kinder.

Warum?

Wir sind froh die Kinder zu haben, aber wir hatten bereits zweimal den Fall, dass anschließend fast alle wegen ihrer Ausbildung in andere Städte gegangen sind. Also müssen wir uns breiter aufstellen.

Wie wird das mit dem Training aktuell geregelt?

Wir alte Garde haben früher noch dreimal trainiert. Heute bieten wir für die Anfänger erst einmal mittwochs ab 17 Uhr in der Karl-Liebknecht-Halle an. Die Größeren trainieren montags und mittwochs.

Wie viel Geld muss mitgebracht werden von Neuankömmlingen?

Also zuerst trainieren wir Geschicklichkeit und das Stehen. Dafür werden Parcours aufgebaut. Bis erste größere Erfolge zu verzeichnen sind, müssen die Kinder schon etwa ein halbes oder ein dreiviertel Jahr warten.

© Stephan Ellfeldt


Erstmals in neuer Heimstätte

Radball-Oberliga: Hallenwechsel bringt Punkte für den RRC Neuruppin / Mühlenbeck mit einem Sieg

Glücklos: Der FSV Bramdenburg III (blau) blieb ohne Sieg

Am Sonnabend durften die Neuruppiner Radballer das erste Mal in neuer Halle ihren Heimvorteil nutzen. Drei Mannschaften stellt der RRC 09/90 e.V. in dieser Saison für die Oberliga. Alle drei Teams traten am Wochenende an, punkteten und verbesserten sich in der Tabelle.

Alle Vereinsmitglieder freuten sich darauf, den anderen Vereinen vom FSV Brandenburg I und III sowie dem SV Mühlenbeck I ihre neue Halle nebst Vereinsraum darbieten zu können. "Wir brauchen uns nun mit den sanitären Einrichtungen und Umkleideräumen nicht mehr vor anderen Vereinen zu verstecken oder gar zu schämen" so Torsten Nagel vom RRC 09/90 e.V..

Und neben der neuen Spielstätte, brauchen sich die Neuruppiner auch sportlich nicht verstecken. Neuruppin 1 mit André Nagel/Jens Dreschler begann mit einem Unentschieden gegen Brandenburg 1 (2:2), doch damit wurden dem vermeintlichen Turnierfavouriten getrotzt. In den nächsten beiden Partien folgten dann Siege. Gegen die Vereinskollegen vom zweiten Team des RRC mit Olaf Lukaszewicz und Benjamin Trester war es ein 3:2 und gegen Brandenburg III siegten sie mit 2:0.

Olaf Lukaszewicz (RRC II) verlor nur ein Match

Dabei zeigten Nagel/Dreschler, dass auch in dieser Saison wieder mit Ihnen zu rechnen ist. Speziell im Duell mit der Zweiten gab es dabei allerdings einen zähen Kampf. Beide agierten nicht so filigran und technisch sauber wie es die Brandenburger phasenweise taten im Turnier, doch beide zeigten emotionalen Radball. "Es ist halt so, wenn die alten Säcke auf die jungen Wilden aus dem Verein treffen", sagte Torsten Nagel.

Auch die besagte Zweite vom RRC, die in ihren vier angesetzten Spielern nur mit der Niederlage gegen die Vereinskollegen da standen, zeigten in den anderen drei gewonnenen Partien, dass sie sich gut vorbereitet hatten. Olaf Lukaszewicz und Benjamin Trester trainieren gemeinsam in Berlin. Anders ist es arbeitstechnisch nicht zu schaffen. Auch die dritte Vertretung der Neuruppiner mit Christoph Soika und André Schliebner holten sich an diesem Spieltag durch zwei Siege stolze sechs Punkte nach Hause.

Nach dem Abschluss des Turniers kletterten Nagel/Dreschler auf den fünften Platz. Auch die zweite und dritte Mannschaft verbesserte sich in der Gesamtwertung jeweils um einen Tabellenplatz. Lukaszewicz/Trester sind aktuell Neunter. Soika/Schliebner rangieren einen Platz dahinter, was auch den ersten Absteiger bedeuten würde.

© Stephan Ellfeldt


Wenn der Hanfball außer Kontrolle ist

Einsatz: André Schliebner aus der dritten Mannschaft vom Ruppiner Radsportclub gab alles beim Strafstoß aus vier Metern im Heimspiel gegen den Tabellendritten FSV Brandenburg I. Erst hatte er den extrem harten Hanfball anscheinend sicher, doch verlor er die Kontrolle übers Rad. Am Ende lagen sogar Ball und Rad im Tor. Gezählt hat das Tor letztlich nur einfach. Brandenburg gewann die Partie mit 5:1. Es war das Heimturnier des RRC in der Oberliga. Die Neuruppiner schicken in dieser Saison sogar drei Teams ins Rennen jener Liga, die unter der 2. Bundesliga spielt.