Den Jubilar zum Turnier gelockt

Sechs Jahrzehnte sportlich aktiv - der Ruppiner Radsportclub ehrte den 76-jährigen Joachim Kröning

Neuruppin. Der Ruppiner Radsportclub (RRC) Neuruppin überreichte durch Norbert Schliebner (Abteilungsleiter Radball) und Uwe Wöller (Gesamtvorsitzender) seinem treuesten Mitglied am Sonnabend Präsente. Am 1. Februar 1960 trat der heute 76-jährige der BSG Lok Neuruppin bei. Auch 60 Jahre später engagiert sich Joachim Kröning überdurchschnittlich im Verein. RA-Mitarbeiter Noah Behrendt sprach mit dem langjährigen Radballer.

Herr Kröning, hätten Sie anfangs damit gerechnet, dass Sie 60 Jahre im Verein tätig sind?

Joachim Kröning: Daran hab ich natürlich nicht gedacht. Aber ich bin immer dabei geblieben. Viele Jahre im Radball, wo ich lange mit meinem Bruder Manfred gespielt habe. Als das Radballspielen nicht mehr möglich war, bin ich beim Radwandern aktiv geblieben. Die anderen Radballer haben dann aufgehört.

In 60 Jahren Jahren hat man sicherlich viel erlebt. Was sind die schönsten Erinnerungen?

Als Jugendlicher habe ich mal in der DDR-Liga gespielt. In einem Jahr wurde ich mit meinem damaligen Partner Hans-Heinrich Hinz sogar Bezirksmeister und wir haben uns für die DDR-Meisterschaft qualifiziert. Dort wurden wir Sechster. Auch die Organisation des 100-jährigen Vereinsjubiläums 2009 war toll.

Die jährlichen Fahrradtage sind auchsehr schön. Es gab, aber sicherlich auch schwierige Situationen oder?

Ja, beim Radwandern war es immer schwer, Leute für führende Positionen zu finden. Dort musste man lange suchen und viel Überzeugungsarbeit leisten. Auch die Namenssuche nach der Wende war nicht einfach. Lok ging nicht mehr, da dort sechs Mitglieder bei der Bahn arbeiten müssten. So kamen wir dann zum RRC. Ebenfalls nach der Wende mussten wir auch entscheiden, ob wir dem Rad- und Kraftfahrerverbund "Solidarität" treu bleiben oder ob wir den Verband wechseln. Letztlich sind wir dem RKB treu geblieben.

Es wurde gesagt, Sie waren lange Zeit für die Finanzen verantwortlich. Bis wann haben Sie diese Aufgabe gehabt?

Bis zu meinem 70. Lebensjahr. Ich wollte die Sache früh genug abgeben, so dass der Verein nicht Probleme hat, falls es mal nicht mehr bei mir geht. Daher habe ich Katja Schliebner und Achim Runge eingearbeitet und sie haben das dann übernommen.

Haben Sie heute noch Aufgaben?

Ich kümmere mich um Fahrtenpläne fürs Radwandern und helfe bei der Organisation, vor allem beim Fahr'Rad!-Tag. Letztes Jahr waren es über 200 Teilnehmer und denen wollen wir auch ein schönes Drumherum bieten. Da muss man aufwendig nach Sponsoren suchen. So konnten wir zum Beispiel Tanzgruppen, Bands oder die Feuerwehr für uns gewinnen.

Organisation ist sicher nicht für jeden was oder wie sehen Sie das?

Es ist schon zeitaufwendig und anstrengend. Wem das nicht liegt, der sollte es nicht machen. Man sollte nur die Sachen machen, die man auch kann.

© Ruppiner Anzeiger, Noah Berendt