Pokale des Landrates an Künstler und Schwimmer

Preisträger sind "Tanz & Art" sowie der MSV Neuruppin / "Tag des Ehrenamtes" zieht in einem Jahr ins Schloss Freyenstein um

Traditionelle Gruppenaufnahme: Zum 19. Mai überreichte der Landrat seine Pokale an zwei Vereine mit herausragenden Leistungen. Das öffentliche Podium nutzte auch der Kreissportbund um auf dem "Tag des Ehrenamtes", den er mitorganisiert, die Frauen und Männer aus dem Schatten ins Licht zu schieben.

Wusterhausen (RA) Verdammt eng sei die Entscheidung gewesen. Damit eröffnete Ralf Reinhardt (SPD) am Abend seine Laudatio auf die Preisträger der Pokale des Landrates.

"Auch der Turn- und Kampfsportverein Ruppin leistet einen ganz großen Beitrag für die Willkommenskultur." Doch die Jury (Kreissportbund und Presse je eine Stimme sowie Kreisverwaltung zwei) vortierte mehrheitlich für "Tanz & Art" aus Rheinsberg. Vereinschefin Ulrike Liedtke freute sich gestern doppelt: Hatte ihr Team doch zum einen den Auftrag erhalten, den kulturellen Rahmen der Traditionsveranstaltung zu bilden: Ein männliches Trio aus Syrien präsentierte zwei Kompositionen (eine instrumental, eine vokal unterstützt) in Mammutlänge. Enden hier Lieder nach drei oder vier Zeigerdrehungen, kratzen in Vorderasien die Präsentationen offenbar an der Acht-Minuten-Marke. Und zum anderen strahlte die Vereinsvorsitzende, weil die Rheinsberger mehr Aufmehrksamkeit denn je für ihr Projekt bekamen.

Vor zehn Monaten nahm die Idee der musikalischen Tanz- und Bewegungsspiele Formen an. Seitdem wird geprobt, was das Zeug hält. Noch vor den Sommerferien soll Premiere des Musiktheaters sein, in dem Akteure aus vielen Nationen autreten. Das Preisgeld für die beste Integrationsarbeit werde ins Bühnenbild und die Kostüme gesteckt, sagte Ulrike Liedtke kurz nach der Ehrung.

"Wir werden das Geld für eine Jugendveranstaltung einsetzen", erklärte Detlef Krupka vom MSV. Die Neuruppiner gewannen den zweiten Hauptpreis: beste Nachwuchsarbeit. Krupka schwebt vor, die Kinder und Jugendlichen von Beiträgen für solche Wettbewerbe zu befreien.

"Die 1000 Euro bleiben bei unseren Kindern." Die Siegesnachricht kam in Windeseile in der Kreisstadt an: Während des Punktspieles der Brandenburgliga-Elf gegen FV Preussen Eberswalde wurde über die Lautsprecheranlage verkündet, dass der MSV heute schon einmal gewonnen habe. Der Ansporn wirkte: Mit 5:0 setzten sich die Kicker durch.

Ehrennadel in Silber für Torsten Nagel (mitte)

Neben den beiden Pokalen des Landrates stehen traditionell die Ehrenamtler der Sportlerfamilie im Blickpunkt oder wie es Daniel Tripke (Vorsitzender des Kreissportbundes) ausdrückte: "Nur über die mehr als 3500 Betreuer, Kampfrichter und Schiris sind wir in der Lage, Sport zu organisieren. Danke für die vielen Stunden persönlicher Entbehrungen."

Roman Blank, als Bürgermeister der Gastgeber am "Tag des Ehrenamtes" in Wusterhausen: "Die Sportvereine sind der Garant für das Leben in unseren Dörfern." Blank hievte die ältere Generation symbolisch aufs Podest, weil "sie die Freude am Sport den Jüngeren noch immer vermittelt".

Applaus gab es von den etwa 80 Gästen, darunter mit Dagmar Ziegler (SPD), Kirsten Tackmann (Die Linke) und Sebastian Steineke (CDU) drei Mitglieder des Bundestages, mehrfach in der beinahe zweistündigen Veranstaltung, so auch für das Feuerwehr-Tanzquartett Hosenstück und für die Staffelübergabe des "Tag des Ehrenamtes" von Bürgesmeister an Bürgermeister.

2017 wird das sanierte Schloss in Freyenstein als Kulisse dienen, blickte Daniel Tripke weit voraus und bestätigte das Rotieren der Veranstaltung in den drei Altkreisen. Freyenstein ist das Hoheitsgebiet von Bürgermeister Jörg Gehrmann.

© Matthias Haack


Zu Fuß statt auf dem Fahrrad

Radwanderer zu Fuß unterwegs

Auf zum fröhlichen Wandern: Der Radsportclub machte sich ausnahmsweise per pedes auf den Weg.

Es war noch dunkel, als sich die Mitglieder des Radsportclubs an einem Sonntagmorgen vor 25 Jahren, am 20. Januar zur gemeinsamen Wanderung am heutigen Schulplatz einfanden. Zu den elf Frühaustehern gesellten sich später noch einige hinzu.

Gemeinsam ging es in Richtung Heimburg, Molchow und Alt Ruppin und danach wieder zurück durch den Stadtpark nach Neuruppin.

Der Fußmarsch in den Wintermonaten sollte die Kondition der Teilnehmer fördern, damit die Freizeitsportler im nahen Frühjahr wieder fit für längere Touren mit ihren Fahrrädern sein würden.

An solchen Tagen legten die Radwanderer auch schon mal 30 bis 45 Kilometer zurück.

© Eckhard Handke