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Abschied mit einem Traum

Neuruppin (moz) Vor seinem Abschied spielte Benjamin Trester noch einmal groß auf für seinen Heimatverein, dem Ruppiner Radsportclub (RRC). Und das nach einer eineinhalbjährigen Pause. Bemerkenswert. Als beim Verbandsliga-Team Not am Mann war, sprang der 34-Jährige "herzlich gerne ein", wie er sagt.

Mit André Schliebner bildete er ein überaus erfolgreiches Gespann. Beide rockten an den Spieltagen vier, fünf und sechs die Liga. Von der Abstiegszone schossen sich die Neuruppiner ins obere Drittel. Famos. Trester: "Mit André zu spielen, war einfach klasse." Die Bilanz: elf Spiele, nur eine Niederlage und ein Remis. Ansonsten durchweg Siege. 25 Punkte wurden geholt. Platz fünf belegte die zweite Radball-Mannschaft am Saisonende. Für Benjamin Trester bildeten die Aushilfseinsätze eine starke Rückkehr aufs Parkett. "Ich habe ja beinahe eine Ewigkeit nicht gespielt und auch kaum trainiert."

Berufliches ging vor.

Nachdenklich: Benjamin Trester während einer Turnierpause.

Nach dem verpassten Aufstieg in die zweite Bundesliga mit seinem langjährigen Spielpartner Olaf Lukaszewicz vor knapp zwei Jahren, legte das Gespann eine Pause ein. Berufliches und Privates gingen nach diesem sportlichen Rückschlag vor. Und beide fanden anschließend nicht mehr zusammen. Olaf Lukaszewicz spielte in der abgelaufenen Landesliga-Saison Seite an Seite mit Vater Thomas. Benjamin Trester stellte sich als Ersatzspieler zur Verfügung. Als Marcus Nagel, der Partner von André Schliebner, beim RC Neuruppin II ausfiel, stieg Trester wieder aufs Rad. So wie zuvor. Über 27 Jahre lang. "Ich glaube, dass ich seit 1992 angefangen habe, Radball zu spielen." Immer für den RRC. Diese Zeit endet nun, nach über 27 Jahren.

Benjamin Trester trägt künftig ein anderes Trikot, das des RVG Nord Berlin. Der Neuruppiner bleibt dem RRC passiv treu, geht jedoch aktiv für die Berliner auf Torejagd und verfolgt dort auch seinen großen Traum weiter. Nämlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga. "Den habe ich perspektivisch ganz klar im Blick." In den nächsten fünf bis sechs Jahren soll der gelingen. "Ich hoffe, ich habe bald wieder mehr Zeit, um aufs Rad zu steigen", sagt der Blondschopf. Noch sitzt ihm der Prüfungsstress im Nacken. Der soll sich zeitnah legen.

Beim RVG Nord Berlin ist Trester kein Unbekannter, trainiert er doch seit Jahren, seit er seinen Lebensmittelpunkt von Neuruppin in die Hauptstadt verlegte, vor Ort mit. Wie auch Ex-Partner Olaf Lukaszewicz. Beim RVG ist die Partnerfrage noch nicht geklärt. Und auch die Liga-Zugehörigkeit ist offen. Trester: "Die erste Mannschaft ist aus der Oberliga abgestiegen. Der Zweiten droht dasselbe Schicksal in der Verbandsliga, wenn es mehr als drei Absteiger geben sollte." Grund ist der drohende Abstieg vom FSV Brandenburg aus der 2. Bundesliga, der einen Dominoeffekt gen untere Ligen auslösen würde. Trester: "Mal abwarten, wie sich der Verein zur neuen Saison aufstellt." Ihm schwebt Andreas Lyson, der von Mühlenbeck II zurück zum RVG wechselt, als Spielpartner vor "oder aber Christian Rochler". Der Berliner Top-Spieler legte zuletzt ebenfalls eine Pause ein. Trester: "Christian im Tor, ich im Feld. Ich glaube, das könnte super funktionieren."

Ähnlich wie er zuletzt mit André Schliebner harmonierte. "Von Spiel zu Spiel wurde die Abstimmung besser", blickt der scheidende Trester zurück. "Und was ab dem ersten Moment mit André super funktioniert hat, war, dass wir beinahe 50 Prozent der Ecken verwandeln konnten. Normalerweise braucht man monatelanges gemeinsames Training, um dabei auf gute Torquoten zu kommen. André hat sie einfach sehr gut herein geschlagen."

Aufstiegsturnier am 15. Juni

Auch ein Grund, warum der Ruppiner Radsportclub sein Team in der Verbandsliga halten konnte. Zuvor war dies bereits in der Oberliga gelungen. Die Oldies Jens Dreschler und André Nagel hielten die Klasse. Und am 15. Juni geht der Club mit drei Mannschaften in das Aufstiegsturnier zur Verbandsliga.

In jedem Fall wird Benjamin Trester zum RRC zurückkehren, wenn er mit einem Berliner Team, welches auch immer das sein wird, bei den Turnieren in Neuruppin startet. "Das wird ein komisches Gefühl sein", weiß er jetzt schon. Keep cool, ruhig Blut, heißt es für ihn und sein für den RRC schlagendes Herz in den Spielen gegen die Ehemaligen.

© Gunnar Reblin


RRC-Routiniers weiter ganz oben

Fünftes Team des Ruppiner Radsportclub führt die Landesliga Nord an

Neuruppin. Als Spitzenreiter begann das fünfte Neuruppiner Radballteam das Landesligaturnier in der heimischen Halle. Nach fünf kräftezehrenden Spielen führen die Routiniers Norbert Schliebner (65 Jahre) und Torsten Nagel (56 Jahre) weiterhin die Tabelle an.

"Für uns läuft es bisher super, mit unserer Erfahrung und Routine machen wir die Schnelligkeitsvorteile der jüngeren Gegner noch wett", freute sich Schliebner. Dessen Einsatz stand vor Turnierbeginn noch nicht fest, Ersatzmann Joseph Schüler stand schon bereit. "Vor vier Wochen habe ich mir bei einem Sturz meinen Ellbogen in die Rippen gehauen, dadurch habe ich nicht trainiert, aber heute geht es."

Fünfmal musste Neuruppin diesmal ran, nur beim 5:1 gegen Hennigsdorf hatten beide keine größeren Probleme, ansonsten waren es enge Partien. Schon zum Auftakt im Vereinsduell gegen Neuruppin VI (Martin Otto/Torsten Hoppe) mussten sie bis zur letzten Spielsekunde konzentriert bleiben.

"Das war verdammt eng, wir hatten auch etwas Glück beim 4:2-Erfolg", gestand Schliebner. Und das Glück war noch nicht aufgebraucht, auch gegen Märkisch-Buchholz war es bis zum Schluss umkäpft. Beim 2:1-Führungstreffer zeigten sie ihre spielerische Klasse, viermal spielten sie direkt den Ball, ehe Nagel einschoss. "Wir kennen uns so lange, wissen schon, wie der andere fährt, aber das war wirklich ein schönes Tor", freute sich Schliebner.

Im vierten Spiel lagen sie gegen Mühlenbeck V sogar schnell 0:2 hinten, drehten mit ihrer Erfahrung aber das Spiel noch. "Jetzt geht es an die Substanz", gestand Nagel nach dem 4:3-Erfolg. Im letzten Spiel gegen den Zweiten Mühlenbeck IV mobilisierten die beiden Routiniers noch einmal alle Kräfte und siegten 3:1. "Verrückt, wir sind immer noch ungeschlagen, aber jetzt bin ich k.o. und freue mich auf einen ruhigen Abend auf der Couch", sagte Schliebner.

Damit ist das Team weiter ungeschlagen und hat schon zwölf Punkte vor dem Zweiten, dem sechsten Ruppiner Team. Nicht nur Neuruppin V spielte stark, auch das sechste Team zeigte gute Spiele, schaffte drei Siege. Nach der 2:4-Auftaktniederlage gegen Neuruppin V unterlagen Otto/Hoppe dem Team aus Märkisch-Buchholz mit 4:5. "Da haben sie zwei unnötige Gegentore bekommen, schade", sagte Schliebner.


Interview mit:

... Torsten Nagel, RRC V

Herr Nagel, 15 Punkte erspielt, weiter ungeschlagener Tabellenführer. Besser geht es nicht, oder?
Nein, wir sind selbst etwas überrascht. Die fünf Spiele haben viel Kraft gekostet, das werden ich morgen merken. Unsere Erfahrung zahlt sich aus, doch wir hatten auch ab und zu etwas Glück.

Nach zwei von vier Turnieren führt die fünfte Neuruppiner Radball-Mannschaft die Tabelle deutlicht an. Denken Sie und Ihr Partner Norbert Schliebner an einen möglichen Aufstieg?
(lacht) Eigentlich nicht. Wir halten hier in der Landesliga noch gut mit, zur Zeit sind wir sogar weit vorn. Es macht Spaß, und Siege sind immer schön, aber eine Klasse höher reichen Erfahrung und Routine gegen deutlich stärkere Konkurrent nicht mehr aus. Ich glaube nicht, dass wir uns das antun. Wir spielen jetzt über 30 Jahre zusammen in einem Team und wollen eigentlich nur noch Spaß haben.

Auch die Sechste des RRC schlug sich gut. Würden Sie diese Einschätzung unterschreiben?
Ja, schon zum Auftakt gegen uns war es eng. Wir kennen uns ja von vielen Trainingseinheiten, da geben dann Kleinigkeiten den Ausschlag. Auch in den anderen Spielen haben beide gut gespielt, obwohl ihnen ab und zu die Ruhe gefehlt hat, da gab es schnelle Ballverluste und prompt auch unnötige Gegentore. Aber sie sind Zweiter, eine richtig gute Platzierung.

© Roland Möller


Neue Technik eingesetzt

Ruppiner Radsportclub ersetzt antike Anzeigentafel durch modernen Bildschirm

Neuruppin. Einen ungewohnten Anblick bot am Sonnabend beim Landesliga-Heimturnier der Neuruppiner Radballer der Kampfrichtertisch. Die jahrzehntealte hölzerne Anzeigentafel hat nämlich so gut wie ausgedient. Künftig wird per Notebook und angeschlossenem Bildschirm den Akteuren der aktuelle Spielstand präsentiert.

"Wir haben es schon vor zwei Jahren einmal beim Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga hier in der Halle ausprobiert, aber das Programm war recht kompliziert und die Geräte teuer", erklärte Torsten Nagel vom Ruppiner Radsportclub.

"Wir haben uns jetzt einen Bildschirm besorgt, dazu ein älteres Notebook und das Programm haben unsere Jugendlichen geschrieben. So ist die Bedienung eigentlich sehr einfach."

Allerdings zur Turnier-Halbzeit gab es einen Fehler bei der neuen Technik, der war zwar schnell behoben, aber nun kam zusätzlich die alte Anzeigetafel zum Einsatz. "Wir hatten die alte Anzeige zur Reserve bereitgehalten, weil wir erwartet hatten, dass beim ersten Einsatz vielleicht Probleme auftreten würden. Wir werden das Programm für die Anzeige noch einmal überarbeiten, aber insgesamt hat es schon gut geklappt", befand Nagel.

Vor allem ist die neue Anzeige auch für die Radballer angenehmer, die Spielzeit wird angezeigt, da braucht man nicht mehr beim Kampfgericht nachfragt werden, wie lange noch zu spielen ist.

"Die neue Technik ist schon besser, zuschauerfreundlicher. Vielleicht müssen wir uns noch etqwas einfallen lassen, dass bei einem verunglückten Schuss nicht der Bildschirm kaputt geht", sagte Nagel. Die alte Anzeige haben die Neuruppiner Radballer über 30 Jahre lang genutzt. "Und die war da schon nicht mehr neu, die haben wir von einem anderen Verein bekommen", ergänzte Nagel lachend.

Am kommenden Sonnabend (10 Uhr) absolvieren die Neuruppiner U19-Radballer den vierten und letzten Oberliga-Spieltag auf heimischen Parkett. Jonas El-Sirwy und Joseph Schüler stehen bereits als Meister fest. Da dürfte der Blick auf die neue Anzeigetafel ein entspannter werden.

© Roland Möller


Starker Beginn reicht nicht aus

Zweites Team des RRC Neuruppin gewinnt nur eine Partie in der Radball-Verbandsliga

Abgezogen: André Schliebner (in schwarz) nutze hier die Lücke für einen Torschuss. Zu ihm gehört schon seit Jahren als Teampartner Marcus Nagel. Sie bilden in dieser Saison wieder das zweite RRC-Team und sind im Mittelfeld plaziert.
Foto: Roland Möller

Neuruppin. Nach den guten sieben Zählern beim ersten Auswärtsturnier der Radball-Verbandsliga wollte das zweite Ruppiner Team mit André Schliebner und Marcus Nagel am Sonnabend auch zu Hause ordentlich punkten. Das klappte nicht wie erhofft.

Nach dem ersten Spiel sah es noch ganz gut aus, nach einem 8:4 gegen Berlin II folgten jedoch drei Niederlagen. So gab es diesmal nur drei Punkte für die Neuruppiner, die dadurch auf Rang vier abrutschten. Zum Auftakt gegen Berlin II spielten die Neuruppiner konzentriert auf, und im Abschluss waren Nagel/Schliebner sehr effektiv, acht mal lag der Ball im Berliner Tor. Allerdings zeigten sie auch Leichtsinnigkeitsfehler in der Abwehr, die mit vier Gegentoren bestraft wurden.

"Sie haben gut gespielt und ihre Chancen clever genutzt", fand Norbert Schliebner vom RRC. Auch gegen Mühlenbeck III hatten beide Ruppiner trotz eines schnellen Gegentores (nach zehn Sekunden) die Partie anscheinend in Griff. Schnell traf Neuruppin II zum 1:1 und führte zur Pause 3:1.

Doch dann war die Effektivität im Angriff verschwunden. "Sie haben immer wieder zu schnell abgeschlossen, da fehlte die Ruhe. Anstatt die Uhr runter zu spielen, haben sie Schüsse aus spitzem Winkel genommen", erklärte Torsten Nagel vom Gastgeber. Zudem gab es kuriose Gegentore, einen gehaltenen Schuss nutzte der Mühlenbecker Torwart sofort zum Torschuss, es hieß 2:3.

Ähnlich beim 3:3, da wurde der Torschuss des Gästetorwarts von Schliebner zu einer Bogenlampe abgefälscht, Nagel wollte noch per Kopf retten, doch der Ball kullerte über die Torlinie. Und in der Schlusssekunde fiel sogar noch das 4:3 für Mühlenbeck III. Gegen den Tabellenletzten Mühlenbeck II fehlte das Schussglück, immer wieder schossen die Neuruppin auf das gegnerische Tor, doch der Ball wollte nicht über die Linie.

Da sie zudem in der Abwehr patzten, verloren sie mit 4:6. Auch im letzten Spiel fehlte den Neuruppinern das Glück, am Ende auch etwas Kraft und gegen Brandenburg IV hieß es 1:2. Damit führen jetzt Schliebner/Nagel ein breites Mittelfeld mit zehn Punkten an.


Drei Fragen an:

Norbert Schlieber | Ruppiner Radsportclub

Norbert Schliebner.

Was sagen Sie zu diesem Spieltag?
Es war mehr drin. Nach gutem Anfang waren beide im Abschluss zu unkonzentriert. Wir rechnen pro Turnier mit sechs Punkten für einen gesicherten Mittelfeldplatz, das gelang diesmal nicht. Das werden sie beim nächsten Turnier wieder gut machen.

Knackpunkt an diesem Spieltag war wohl die 3:4-Niederlage gegen Mühlenbeck III?
Das denke ich auch. Doch da waren die beiden selber Schuld und das wissen sie auch. Das hat man ja nach dem Spiel gemerkt, wie sauer sie waren. Sie sind nicht ruhig geblieben, haben überhastet den Abschluss gesucht und wirklich dumme Gegentore bekommen.

Allerdings ist es für die beiden als Team auch nicht einfach, da sie kaum zusammen trainieren?
Ja, das ist ein Problem. André arbeitet in Kiel, kommt immer nur zum Spieltag. Gestern ist er erst spät am Abend gekommen und heute dann gespielt. Beide trainieren nie zusammen, treffen sich nur am Spieltag. Da fehlt dann die Abstimmung untereinander. Dafür machen sie es noch gut und einen Mittelfeldplatz sollten sie schaffen.

© Roland Möller