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Neuruppiner "Fahr'Rad!-Tag"

Marathon als Königsdisziplin

Haben dem Fahr'Rad!-Tag mit dem Fontane-Marathon ein neues Aushängeschild gegeben: die Organisatoren Tom-Uwe Bialowons (links) und Uwe Wöller.

Neuruppin (MOZ) "Fahr'Rad! ‑ Auf den Spuren von Fontane“, so lautet das Motto, das alle Freunde an der Bewegung auf dem Fahrrad am 18. Mai zum Anlass nehmen, um von Neuruppin auf den Spuren des Dichters unterwegs zu sein. Der 7. Fahr'Rad!‑Tag hält dabei eine ganz besondere Herausforderung bereit: den Fontane-Marathon.

Erstmals – eigens zum 200-jährigen Geburtstag von Theodor Fontane – haben die Organisatoren eine längere Strecke ins Programm genommen. Bislang waren 150 Kilometer das Maximum. Die Bezeichnung Marathon hat dabei nichts mit der Marathondistanz (42,195 Kilometer) zu tun, sondern soll vielmehr eine Königsdisziplin kennzeichnen, die neu aufgelegte Langstrecke.

"Die Idee dazu hatten wir schon lange im Hinterkopf. In diesem Jahr passt es natürlich prima zum Fontanejahr, die Verknüpfung ist ideal“, sagt Tom-Uwe Bialowons. Der Berliner ist Präsident des Rad- und Kraftfahrerbunds (RKB) "Solidarität" Berlin-Brandenburg, dem der Ruppiner Radsportclub (RRC) angeschlossen ist.

Und Bialowons und RRC-Chef Uwe Wöller haben einst den Neuruppiner Fahr'Rad!‑Tag in seiner ursprünglichen Form aus der Taufe gehoben. Mit dem Fontane-Marathon haben sie der diesjährigen Auflage ein neues Aushängeschild gegeben. "In der Fahrradszene darf man eine Strecke auch erst Marathon nennen, wenn sie mindestens über 200 Kilometer führt", betont Fachmann Bialowons.

Für ihn war die Aufnahme dieses Angebots ein wichtiges Puzzleteil, um die Neuruppiner Veranstaltung nach einem Boom in den Anfangsjahren und einer zuletzt fallenden Tendenz wieder attraktiver zu machen. "Ich weiß, dass viele Radsportbegeisterte diese spezielle Herausforderung suchen. Von daher hoffen wir auf einen großen Zuspruch, sprich viele neue Teilnehmer."

Diese Tour, eine von fünf am Veranstaltungstag, richtet sich ganz klar an ambitionierte Radler mit Rennrad. Die Route ist wie ein dreiblättriges Kleeblatt um Neuruppin herum angelegt. Die exakte Streckenführung ist auf der eigens eingerichteten Homepage unter www.fahrrad-tag.de unter dem Menüpunkt "Strecken / Touren" einsehbar.

Von Neuruppin aus geht es zunächst Richtung Gransee, zurück zum Versorgungspunkt Karwe, weiter nach Kremmen, wiederum zurück nach Karwe, um dann Richtung Neustadt die letzte Schleife gen Neuruppin in Angriff zu nehmen. Bialowons, der seit seinem elften Lebensjahr ein begeisterter Fahrradsportler ist und selbst einige längere Touren (zum Beispiel Berlin – Prag) gefahren ist, weiß: "Trainiert sein muss man schon. Aber vieles ist Kopfsache."

In jedem Fall sieht der RKB-Präsident den Neuruppiner FahrRad!‑Tag inzwischen als etabliert an. "Das kann man schon so sagen. Es gibt zwischen Prenzlau und Berlin nichts Vergleichbares." Jedoch sei er nicht mit dem Spreewald-Marathon oder dem Velothon Berlin vergleichbar. "Das Besondere an Neuruppin ist das Programm drumherum. Da ist Neuruppin einzigartig", so Bialowons.

Auch in diesem Jahr gibt es ein Bühnenprogramm, gibt es Infostände und man kann sich sein Fahrrad kodieren lassen. Auch die traditionelle Spendenaktion für Mukoviszidose-Erkrankte wird erneut aufgelegt. Der Schulplatz im Zentrum von Neuruppin ist einmal mehr der ideale Veranstaltungsort – mit Start und Ziel der verschiedenen Touren. Die offizielle Eröffnung ist am 18. Mai um 8.30 Uhr.

© Gunnar Reblin


200 Kilometer Fahrrad-Marathon durch Fontanes Ruppin

Neuruppin erwartet im Mai 500 Radsportfans aus ganz Deutschland zum 7. Fahr'Rad!-Tag mit extra großem Programm

Zum 7. Mal organisiert der Ruppiner Radsportclub in diesem Jahr einen Fahr'Rad-Tag.

Neuruppin. Wie lockt man sehr viele Fahrradenthusiasten nach Neuruppin? In dem man sie möglichst weit fahren lässt. Das hoffen jedenfalls Uwe Möller und seine Mitstreiter vom Ruppiner Radsportclub. Zum siebenten Mal organisieren sie in diesem Jahr einen Fahrradtag. Und diesmal hoffen sie auf besonders viele Besucher.

Alles dreht sich 2019 in Neuruppin um Fontane. Das färbt auch auf den Fahr'Rad-Tag am Sonnabend, 18. Mai, ab.

Der Ruppiner Radsportclub wird mehrere Strecken vorbereiten, auf denen Fahrradliebhaber die Gegend erkunden können. Die kürzeste misst 30 Kilometer, es gibt aber auch Touren über 60 und 100 Kilometer. Alle führen über Karwe, wo es für die Radler einen Imbiss gibt.

"Erstmals werden wir auch einen Fontane-Marathon über 200 Kilometer haben", sagt Mitorganisator Tom Bialowons. 200 Kilometer zum 200. Geburtstag.

Was für den Freizeit- und Genussradler schon nach Quälerei klingt, ist für die echten Fans der eigentliche Reiz solcher Treffen.

Mit Touren über 30 oder 60 Kilometern locken Veranstalter heute kaum jemanden hinterm Ofen hervor, sagt Tom Bialowons: "Dafür kommt kein Berliner extra nach Neuruppin." 200, 250 oder 270 Kilometer am Tag seien bei ähnlichen Fahrradtreffen Standard.

2018 kamen etwa 100 Aktive zum Fahr'Rad!-Tag nach Neuruppin. "Ein wenig enttäuscht waren wir schon", räumt Uwe Wöller vom Radsportclub ein.

Auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde – selbst begeisterter Freizeitradler – hätte sich mehr erhofft. Er hat den gut 70 Vereinsmitgliedern deshalb in diesem Jahr Hilfe zugesagt.

Zusammen wollen Verein und Stadt den Fahr'Rad-Tag zu einem Großereignis machen. Auf dem Schulplatz soll sich am 18. Mai alles um Fahrräder drehen.

Radsportgeschäfte wollen ihr Angebot anpreisen und Beratung für alle anbieten, die sich nicht entscheiden können, was das ideale Fahrrad für sie ist. Mehrere Vereine beteiligen sich, unter anderem ESTAruppin mit seinen "Gaukler-Kids", auch Cheerleader sind zu erleben.

Neuruppins Verkehrsplaner Jan Juraschek bietet eine geführte „Stadt-Safari“ per Rad durch Neuruppin an. Vorbei an vielen meist versteckten Gärten, deren Besitzer sie an diesem Tag ausnahmsweise für Besucher öffnen.

Selbst Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider ist in Neuruppin dabei. Sie zeichnet das Up-Hus an diesem Tag als Denkmal des Monats Mai aus.

Golde könnte sich auch eine Podiumsdiskussion mit der Ministerin zur Zukunft des Radverkehrs in Brandenburg vorstellen.

Tom Bialowons ist überzeugt, dass sich so viel mehr Fahrradfans nach Neuruppin locken lassen. "Wir hoffen auf 500 Aktive", sagt er.

Die Montessori-Schule stellt ihre Turnhalle als Quartier für die Radler zur Verfügung, das Deutsche Rote Kreuz stellt Feldbetten auf. Auch für Frühstück sorgen die Helfer.

"Das hätte der Radsportclub alles allein gar nicht leisten können", sagt Bürgermeister Golde. Dass die Stadt einspringt, war für ihn selbstverständlich. Die Organisatoren des kleinen Vereins haben schon mehr als genug damit zu tun, die Strecken auszuwählen und sicher auszuschildern: insgesamt 390 Kilometer Strecke.


390 Kilometer rund um Neuruppin

Die Radler treffen sich am 18. Mai um 8:30 Uhr auf dem Schulplatz und brechen von dort auf. Zur Wahl stehen vier Routen über 30, 60, 100 und 200 Kilometer.

Alle Touren führen über Karwe, wo sich die Radler auf dem Gelände des Gutshofes stärken können. Die ersten Fahrer werden gegen 14 Uhr in Neuruppin zurückerwartet.

Anmeldungen sind ab sofort auf der Internetseite www.fahrrad-tag.de möglich.


© Reyk Grunow, Foto: Peter Geisler